Neuss: Kind mit Stichflamme verletzt

Neuss : Kind mit Stichflamme verletzt

Auf der Skateranlage am Südpark sprühte ein Jugendlicher einem Elfjährigen mit einer Spraydose ins Gesicht und entzündete das austretende Gasgemisch mit einem Feuerzeug. Der Junge wurde verletzt, die Täter entkamen.

Verbrennungen zweiten Grades konstatierte der Arzt im Gesicht des elfjährigen Jungen, der am Montag an der Skateranlage Südpark attackiert und mit einer Stichflamme verletzt worden war. Jugendliche hatten dazu aus einer Spraydose einen "Flammenwerfer" gemacht. Doch fast noch größer als die Schmerzen im Gesicht des Kindes ist für den Jungen der Schock über diesen Angriff. Auch die Eltern sind bestürzt: "Wir sind schockiert, dass man da seine Kinder offensichtlich nicht mehr alleine hingehen lassen kann."

Der Junge war am Nachmittag des Rosenmontag mit Freunden zu den Rampen an der Eissporthalle gezogen. Einem der wenigen Plätze, wie sein Vater betont, "wo sich die Kinder mit ihren Skateboards oder BMX-Rädern austoben können. In der Stadt dürfen sie das ja nicht." Diesmal waren die Kinder aus der Reuschenberger Siedlung nicht alleine an dem Spielplatz.

Drei Jugendliche — laut Polizeibericht 12 oder 13 Jahre alt — drückten sich an einer der Rampen herum. Plötzlich, so schildert der Polizeibericht den Hergang, kam einer aus der Gruppe auf den Elfjährigen zu. Dabei hielt er eine Spraydose in der hand. Unvermittelt, so berichtet das Opfer, sprühte der Täter dem Jungen ins Gesicht und zündete mit einem Feuerzeug den austretenden Sprühstrahl an. Das Treibgas entzündete sich zu einer Stichflamme, die dem Jungen eine Gesichtshälfte von den Augenbrauen bis zum Kinn sowie Teile der Haut am Hals versengte. "Wir haben die Hoffnung, dass das gut verheilt", sagte der Vater am Tag danach. Dass sein Sohn nichts zurückbehalte.

Der Täter und seine beiden Begleiter flohen zu Fuß über die Jakob-Koch-Straße in den angrenzenden Parkbereich und von dort über den Autobahnüberwurf zur Moselstraße. Dort verlor sie der Junge, der gemeinsam mit einer Freundin die Verfolgung aufgenommen hatte, aus den Augen.

Allerdings konnte der Junge die Täter gut beschreiben. Der Haupttäter ist nach Ansicht der Polizei wahrscheinlich türkischer Herkunft. Er hat sehr kurze dunkle Haare mit einrasierten Mustern, und eine stark gebräunte Haut. Er trug eine auffallend lila Swatch-Uhr am Arm und leuchtend gelbe Schuhe. Seine beiden Begleiter waren, so die Polizei, "allem Anschein nach deutscher Herkunft."

Einer trug dunkelblonde, mittellange Haare, war von normaler Statur und 1,60 Meter groß. Der Dritte im Bunde trug hellbraune, nicht sehr lange und seitlich stark gekürzte Haare mit einrasierten Mustern. Auch er hat eine gebräunte Haut und war etwa 1,65 Meter groß. Zeugen, die en Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zur Identität der flüchtigen Jungen geben können, erreichen die Polizei unter Tel. 02131 3000.

Der verletzte Junge soll vermutlich schon heute wieder zur Schule gehen, würde sich aber lieber zuhause verkriechen. "Ihm ist das unangenehm", sagt der Vater. "Aber ich kann ihn ja nicht drei Wochen zu Hause verstecken."

(NGZ/rl)
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