Neuss: Keine Chance gegen „Kyrill“

Neuss: Keine Chance gegen „Kyrill“

Neuss Gut vier Wochen ist es her,dasss der Orkan "Kyrill" mit Windgeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern über Neuss hinwegraste. Die Folgen sind noch heute sichtbar und beschäftigen die Verantwortlichen des städtischen Grünflächenamtes.

Drei Kolonnen mit zusammen einem Dutzend Mitarbeiter werden noch bis Ende März damit beschäftigt sein, die Schäden in Parks und Wäldern zu beseitigen. Die Kosten, die "Kyrill" für die Stadt verursachte, liegen schon jetzt bei über 50 000 Euro.

Im Ausschuss für Umwelt und Grünflächen wurde deutlich, dass es um mehr ging als "nur" den ein oder anderen Baum: Der Orkan vernichtete auch wertvollen, alten Baumbestand. "Verluste, die nicht aufgefangen werden können", sagte Stefan Diener, Leiter des Grünflächenamtes.

Er nannte besonders eklatante Beispiele: Im Rosengarten wurden eine 80 Jahre alte rote Kastanie entwurzelt, eine 60 Jahre alte Sumpfeiche sowie ein Schnurbaum, der seinen Ursprung im asiatischen Raum hat. Nicht anders im alten Stadtgarten.

Dort brachen drei schöne Silberahornbäume ab, jeweils zwischen 80 und hundert Jahren alt, ebenso drei 80 Jahre alte Kastanien und Kirschbäume. Diener: "Dort werden wir natürlich nachpflanzen. Welche Sorten von Bäumen, wissen wir noch nicht. Aber es wird natürlich dauern, bis sich diese Parkbäume wieder entsprechend entwickelt haben."

  • Vorwurf: Neuss lässt Grünflächen verkommen : Politik attackiert das Grünflächenamt

Starke Schäden gab es auch im Stadtwald (am alten Wasserwerk), am Himmelsberg und Reckberg, im Selikumer Park und im Arboretum, am Scheibendamm sowie im Bereich um den Südparksee.

Durch Feuerwehr, Anrufe von Bürgern und durch eigene Feststellungen der städtischen Mitarbeiter wurden bis heute über 200 Schadensfälle registriert. Das reichte von Pappeln, die auf der Trimmstrecke in Norf lagen, über entwurzelte Bäume, die sich in Richtung von Gebäuden neigten, bis hin zu Bäumen, die von öffentlichen Flächen auf Privatgrundstücke gestürzt waren - Schäden, quer über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Mit Ankündigung von "Kyrill" wurde im Grünflächenamt ein Bereitschaftsdienst eingerichtet. Am darauf folgenden Wochenende wurden, so sagte Diener, zusätzliche 250 Arbeitsstunden geleistet. Alleine waren die Sicherungs- und Aufräumarbeiten nicht zu leisten, so dass die Stadt vier Fremdfirmen beauftragte.

Die Baumverluste müssen, so Diener, nicht "eins zu eins" ersetzt werden, vor allem nicht im Forst und im Außenbereich. "Für die Stadtgärten und die Straßenbäume sieht dies anders aus. Dort müssen etwa 50 Bäume nachgepflanzt werden. Die Gesamtkosten dafür liegen bei rund 15 000 Euro."

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE