Neuss: Kaum Chancen für den Feierabendmarkt

Neuss: Kaum Chancen für den Feierabendmarkt

CDU und Grüne hatten die Verwaltung beauftragt, einen Abendmarkt in der Nordstadt zu veranstalten. Auch der Werbekreis hat sich als Unterstützer angeboten. Nun gibt es einen Dämpfer von der Stadt.

Marktbeschicker haben keine Lust auf die Nordstadt. Das klingt hart, ist aber die Essenz einer Umfrage der Stadt, die im kommenden Hauptausschuss am 12. April vorgestellt werden soll.

Die Verwaltung war von den Koalitionsfraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen im November 2017 beauftragt worden, zu prüfen, ob auf der Neusser Furth ein Feierabendmarkt veranstaltet werden kann. Dieser sollte von April bis Oktober regelmäßig auf einem geeigneten Platz - zum Beispiel auf dem St.-Sebastianus-Platz - abgehalten werden. Das erste Jahr sollte als Testphase für Veranstalter und Marktbeschicker gelten.

Doch zu dieser Testphase wird es wohl nicht kommen, weil eine Umfrage durch das Ordnungsamt bei den aktuellen Beschickern der Neusser Wochenmärkte äußerst erfolglos verlief. Das Ergebnis: Aktuell zeigt keiner von ihnen Interesse an einem möglichen Feierabendmarkt in der Nordstadt. Mit Unterstützung von Neuss Marketing konnte zwar zunächst ein Interessent ausfindig gemacht werden, der sah jedoch für die Furth keine Aussicht auf Erfolg und wäre ausschließlich bereit gewesen, in der Innenstadt einen Feierabendmarkt durchzuführen.

In der jüngsten Sitzung des Werbekreises Neuss-Nordstadt (WNN) wurde die Idee des Feierabendmarktes grundsätzlich unterstützt. Wie der WNN-Vorsitzende Ralph Dymek auf Nachfrage unserer Redaktion sagte, habe eine Mitgliedsfirma des Werbekreises Interesse bekundet, regelmäßig am Markt teilnehmen zu wollen, andere Mitglieder zumindest ab und zu. "Wir haben jedoch nicht die personellen Kapazitäten, den Markt selbst zu veranstalten", so Dymek.

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Nach Angaben der Verwaltung werde man in Zusammenarbeit mit Neuss Marketing und dem Werbekreis dennoch weiterhin prüfen, ob ein Feierabendmarkt auf der Furth veranstaltet werden kann.

Für Michael Klinkicht, der den Prüfauftrag als Fraktionsvorsitzender der Grünen mit unterzeichnete, ist das Thema erstmal vom Tisch. "Man kann niemanden zwingen", sagt er. Nun müsse man schauen, ob man andere Anreize schaffen kann, und analysieren, wieso es so wenig Interessenten gibt. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann kündigt an, am Montag mit den Verantwortlichen in der Nordstadt sprechen zu wollen.

Die beiden Koalitionsfraktionen begründeten ihren Prüfantrag damit, dass Feierabendmärkte sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit erfreuen, das sei auch in den umliegenden Städten der Fall. Sie erfüllen laut CDU und den Grünen insbesondere zwei Zwecke: Zum einen trügen sie dem geänderten Einkaufsverhalten Rechnung, weil viele Berufstätige erst in den Abendstunden Zeit zum Einkaufen haben, Märkte bislang aber meistens nur vormittags geöffnet sind. Zum anderen dienten sie als Treffpunkt im Quartier, böten einen Raum für das nachbarschaftliche Miteinander und hätten teilweise sogar fast Eventcharakter. Es sei an der Zeit, ein solches Angebot auch in der Nordstadt zu schaffen. Schließlich gebe es ähnliche Angebote bislang ausschließlich in der Innenstadt.

Auch Dymek betont, dass ein solcher Markt für zusätzliche Frequenz in der Nordstadt sorgen könnte. Ohne Beschicker dürfte dies aber ein äußerst schwieriges Unterfangen werden.

(jasi)