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Neuss: Karriere im Konzern Stadt gemacht

Neuss : Karriere im Konzern Stadt gemacht

In einem Monat startet die Stadt ins neue Lehrjahr. Ein Anlass für Gottfried Dorschner und Franz Kolbecher, auf ihre Karrieren zurückzublicken. Denn ihre Ausbildungszeit liegt 40 Jahre zurück – morgen feiern sie ihr Dienstjubiläum.

In einem Monat startet die Stadt ins neue Lehrjahr. Ein Anlass für Gottfried Dorschner und Franz Kolbecher, auf ihre Karrieren zurückzublicken. Denn ihre Ausbildungszeit liegt 40 Jahre zurück — morgen feiern sie ihr Dienstjubiläum.

Eine Karriere bei der Stadt — für zehn junge Menschen wird sie jetzt beginnen, denn bald starten sie in ihre Ausbildung. Viele von ihnen werden ihr ganzes Berufsleben beim städtischen Arbeitgeber verbringen, genauso wie es auch Franz Kolbecher und Gottfried Dorschner getan haben. Beide werden morgen ihr Dienstjubiläum feiern, seit jeweils 40 Jahren arbeiten sie bereits im Rathaus.

"Damals, 1973, wollte keiner meiner Kumpels Beamter werden", erinnert sich Franz Kolbecher. Der Leiter des Amts für Verkehrslenkung erinnert sich gut an den Anfang seiner Karriere bei der Stadtverwaltung. "Mein Vater und seine Stammtischbrüder hatten entschieden, dass der öffentliche Dienst eine solide Laufbahn sei — also blieb mir nichts anderes übrig", erzählt der 58-Jährige schmunzelnd. So absolvierte der Realschul-Absolvent zunächst ein Praktikum bei der Gemeindeverwaltung Norf und dann eine Ausbildung als Inspektoranwärter im gehobenen Verwaltungsdienst. Kolbechers Skepsis verflog schnell. "Ich habe den Weg nie bereut", sagt der Städtische Verwaltungsdirektor. "Im Gegenteil, der Job hat mir immer Spaß gemacht und war durch mehrere Versetzungen sehr vielseitig." Seit 1994 ist Kolbecher im Amt für Verkehrslenkung. "Erst wollte ich gar nicht in dieses Amt und dachte, der Job sei grausam", erzählt der 58-Jährige. "Doch die positiven Erfahrungen wiegen mehr als so mancher Ärger aus der Bevölkerung, meist aufgrund von Strafzetteln." Neben der Leitung der Bußgeldstelle und Verkehrskontrolle kümmert sich Kolbecher etwa um die Beschilderung von Neubaugebieten oder Umleitungen bei Schützenfesten. "Wer mich kennt, weiß: Ich helfe den Leuten und habe Verständnis, wenn jemand beispielsweise aus einer Notsituation heraus auf dem Gehweg parken musste", sagt er. Musik machen ist Kolbechers Gegenpol zur Beamtentätigkeit: Ebenfalls seit 40 Jahren ist er als Frontmann der Mundart-Band "De Fetzer" auf Tour, vor allem zur Karnevalszeit.

Einen Ausgleich braucht auch Gottfried Dorschner zu seinem Job als Leiter des Büros für Rats- und Bezirksangelegenheiten, einer Stabstelle des Bürgermeisters. "Durch die vielen Positionen, die ich bei der Stadt durchlief, waren die letzten 40 Jahre erfahrungsreich, aber auch anstrengend. In meiner Freizeit tanze ich mit meiner Frau Standard und Latein im Tanzsportclub Neuss", verrät der Städtische Oberverwaltungsrat, der seine Ausbildung mit begleitendem Fachhochschul-Abschluss zum Inspektor im niedersächsischen Gosslar absolviert hat. 1984 wechselte Dorschner zur Stadt Neuss, zunächst als Rechnungsprüfer für IT-Anwendungen. "Damals gab es nur Großrechner. Die Digitalisierung war die größte Umstellung in all den Jahren", sagt der 55-jährige zweifache Vater. "Briefe brauchten früher viel Zeit, weil sie an einen Schreibdienst gegeben wurden. Heute läuft die Kommunikation schneller", sagt er.

Morgen gratuliert Bürgermeister Herbert Napp den beiden Jubilaren. Einen Monat später beginnen zehn Lehrlinge ihre Ausbildung bei der Stadt. "Zu meiner Zeit musste man als Anwärter Getränke und Brötchen holen", erzählt Kolbecher. Das sei mittlerweile undenkbar. "Heute werden die Nachwuchskräfte schnell in die Abläufe integriert und arbeiten selbstständig", meint er.

(NGZ)