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Neuss: Karneval: Zehn Prozent mehr Rettungseinsätze

Neuss : Karneval: Zehn Prozent mehr Rettungseinsätze

Das Sicherheitskonzept des Karnevalsausschusses (KA) für den Kappessonntagszug hat funktioniert. Das stellte Zugleiter Ralf Dienel bei einer ersten Bilanz des Höhepunktes der Session zufrieden fest. Während des Umzuges habe es keine Blaulichteinsätze gegeben. Dass der Umzug eine Stunde länger unterwegs war als üblich, und der Prinzenwagen erst nach 16.30 Uhr den Auslaufpunkt passierte, hatte andere Gründe. Zum Einen die enorme Menschenmenge in der Stadt – die von der Polizei genannte Zahl von 90 000 Besuchern wird leise bezweifelt. Zum Anderen wurde der Zug verlangsamt, um keine Lücken aufreißen zu lassen. So passierten die Gruppen und Wagen die Kameras von Center TV am Hamtorplatz in schönster Geschlossenheit. Die große Menschenmenge in der Stadt schlug sich jedoch in den Einsatzzahlen der Rettungsdienste nieder. Einsatzleiter Peter Zimmermann sprach von zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Fünf Mal wurde ein Notarzt gebraucht, zwölf Mal ein Rettungs- und acht Mal ein Krankenwagen. Schlägereien und zu viel Alkohol waren meist die Ursache. Auch die Kindersammelstelle war erstmals seit Jahren wieder gefordert. Zwei Kinder, die im Gewühl von ihren Angehörigen getrennt worden waren, wurden dort betreut. Dass es während des Umzuges ruhig blieb, bestätigt auch die Polizei. Erst nach dem Umzug sei es in der City vereinzelt zu Schlägereien zwischen Alkoholisierten gekommen. "Durch das konsequente Einschreiten der Ordnungshüter konnten diese Situationen schnell entschärft werden", sagte Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Zwölf offenbar auf Krach hoffende Gäste wurden nach Hause geschickt. Weil vier junge Männer den Platzverweis nicht akzeptierten, durften sie sich für einige Stunden als Gast der Polizei fühlen – in einer Zelle an der Jülicher Landstraße. Mit 34 Einsätzen hatte die Polizei am Sonntag so viel zu tun, wie im ganzen Rest des Kreisgebietes zusammen.

Ob der Appell des KA, kein Glas mit zum Umzug zu bringen, fruchtete, konnte KA-Präsident Jakob Beyen nicht bewerten. Er hatte noch keine Rückmeldung von der AWL. Allerdings hätten sich bis auf das Schwatte Päd jedes Gasthaus am Zugweg an die Anweisung des Ordnungsamtes gehalten, draußen keine Getränke in Gläsern auszuschenken.

(NGZ)