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Karneval in Neuss: Veranstalter versetzt KA-Präsidium

Karneval in Neuss : Jecke Autokino-Sitzung gestrichen

Eine durchgeplante Sitzung im Autokinoformat scheitert an der Wirtschaftlichkeit. Nun überlegen die Karnevalisten, was in dieser Session noch möglich sein könnte – natürlich corona-konform.

Es sollte das Highlight dieser verkorksten Session werden, doch dann kam die kalte Dusche: Weil ihm das Projekt interessant, das wirtschaftliche Risiko aber zu groß erschien, sprang der Veranstalter einer Karnevalssitzung im Autokinoformat ab und ließ ein völlig enttäuschtes Präsidium des Karnevalsausschuss Neuss (KA) zurück. Eigentlich, sagt KA-Präsident Andreas Picker zum Abend der Entscheidung, „waren wir zusammengekommen, um letzte Details zu besprechen.“ Und dann das.

Der KA hatte schon vor dem Einstieg in die Session angekündigt, mit einigen wenigen Leuchtturmprojekten die Narretei in Neuss auch in der Pandemie zu leben. Das virtuelle Hoppeditzerwachen am Elften im Elften war eines dieser Projekte, alles andere – wie Neujahrsgottesdienst und Jubilarehrung – fiel in die Phase des Lockdown. Um so mehr freute sich die Mannschaft, ein Sitzungsprogramm auf die Beine stellen zu können, das die Zuschauer an zwei Abenden auf dem Neusser Kirmesplatz erleben sollten. Die Bands Brings und Kasalla hätten schon zugesagt, sagt Picker, der die Moderation bei seinem „Vize“ Markus Titschnegg in guten Händen wusste. „Das Programm steht, die Zusage der Sponsoren liegt vor, die Vorsitzenden aller 24 Mitgliedsvereine waren einverstanden, und vergangenen Freitag stimmte auch die Stadt zu.“

Vorbei. Jetzt überlegt das Präsidium mit den Mitgliedsgesellschaften, was in dieser Session noch möglich sein könnte. Dazu hat Picker für Freitagabend eine Video-Konferenz angesetzt. Das Video vom Hoppediterwachen habe alleine bei Facebook 14.000 Zuschauer gefunden, berichtet das KA-Präsidium. „Vielleicht gibt es bald eine Fortsetzung in der wir erfahren möchten, wie es mit dem Hoppeditz weiterging.“ Aber auch Videos aus den einzelnen Mitgliedsgesellschaften könnten ein Format sein, sagt Picker.

„Ich habe mich geärgert, aber jetzt müssen wir nach vorne sehen“, gibt der KA-Präsident zu. Aber er sagt auch: Hätte ich vier Wochen mehr Zeit, dann würde ich das selbst organisieren“. Die Zeit allerdings hat er nicht, denn in genau vier Wochen ist – besser: wäre – Kappessonntag.

Dass der Versuch, im ersten Lockdown ein Autokino auf dem Kirmesplatz zu etablieren, nicht so gut gelaufen ist, gibt auch Picker zu. Doch eine Karnevalssitzung sei schließlich ein ganz anderes Format. Und in anderen Städten in der Gegend hätte man sehen können, dass die Karnevalisten damit Erfolg hatten. „Die saßen in den Autos und gingen richtig ab“, sagt Picker.