Karneval in Neuss 2024 Ganz Holzheim feiert beim Rosenmontagszug

Holzheim · Im Westen der Stadt Neuss feiern die Holzheimer Karnevalisten nach ganz eigenen Regeln. Dazu gehört, sich von der „Konkurrenz“ in Köln der Düsseldorf unbeeindruckt zu zeigen und mit einem eigenen Rosenmontagszug den ganzen Ort zu mobilisieren.

Karneval Neuss 2024: Fotos vom Rosenmontagszug in Holzheim
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So war der Rosenmontagszug in Holzheim 2024

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Foto: Andreas Woitschützke

In Neuss und Grefrath ist die Session schon Geschichte, doch Holzheim hält die Fahne des Karneval-Brauchtums in Neuss weiter hoch. Wie in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf zog auch in Holzheim der Rosenmontagszug. Pünktlich um 11.11 Uhr lugten die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken – passend zum Jubiläumsumzug des Holzheimer Karnevalsvereins (HKV) „Blau Weiß Rot“, der in dieser Session 4x11 jähriges Bestehen feiert.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Zuges war auf der großen Vereinsstraße kaum noch ein Durchkommen, so viele bunt verkleidete Menschengruppen bewegten sich Richtung Zuganfang. Das Motto in diesem Jahr: „Alles drieß ejal, mer fiere Karneval“. Doch bevor es losging, holten sich die Teilnehmenden zunächst ihre Bändchen beim Vereinsvorsitzenden ab. Neu in diesem Jahr waren die Kinderbändchen, die auf das Alkoholverbot für Minderjährige hinweisen sollten.

Aufgeregt war auch Vereinsvorsitzender Michael Hilgers: „Für mich ist das immer eine große Ehre, den Rosenmontagszug zu leiten. Das schönste sind immer die strahlenden Gesichter der Kinder und Erwachsenen und wenn wie heute das Wetter mitspielt, dann fällt die Aufregung um 11.11 Uhr von mir ab.“ 29 Gruppen und Wagen hatten sich für den Zug am Rosenmontag angemeldet. „Leider haben familiär bedingt zwei Laufgruppen abgesagt“, so Hilgers. Alle anderen waren aber gekommen – und nicht nur Holzheimer. Auch der große Grefrather Elferrat-Wagen war dabei, sowie eine Tanzgruppe aus Norf und zwei Laufgruppen aus Reuschenberg. Vom großen KGV-Wagen begrüßte Michael Hilgers alle Teilnehmenden beim Vorbeiziehen einzeln, bevor sich der Elferrat-Wagen mit prominenter Unterstützung von Ex-Schützenpräsident Thomas Nickel an den Schluss des Zuges setzte.

Quietschrosa kam als einer von sechs Großwagen der Frauengründerwagen als fahrende Kamelle daher. Über und über mit Naschwerk dekoriert, sangen und tanzten die Frauen an Bord begeistert und warfen großzügig Strüßche und Gummibärchen, Salzgebäck und Chips in die jubelnde Menge. Als größte Fußgruppe mit 75 Personen zogen die Kinder und Eltern der Kita „Villa Purzelbaum“ mit. Sie hatten sich als Zirkustiere verkleidet, die Kleinsten wurden im Bollerwagen gezogen.

Aber auch die Tanzteufel vom Norfer Narrenclub sorgten für Aufsehen und kurzes Luftanhalten, wenn ein Mariechen in die Luft geworfen und dann wohlbehalten wieder aufgefangen wurde. Sehr blau waren die Krümelmonster, sie strahlten gegen die Sonne an in ihren flauschigen Kopfbedeckungen. Früher waren auch sie mal Tanzteufel gewesen. Aber auch die Blues Brothers, ganz in schwarzen Anzügen, weißen Hemden, Sonnenbrille und Hut gewandet, gaben mächtig Gas beziehungsweise Nebel aus dem mitgebrachten „Ofen“.

Lustig anzusehen war die Sesamstraßen-Gruppe. Gleich fünf junge Männer hatten sich mit lila Umhängen und spitzen Ohren als „Graf Zahl“ kostümiert, das stach farblich ziemlich heraus. Hoch hinaus dagegen wollten die Pilotinnen und Piloten der Karnevalsgruppe „Heiße Luft“. Sie hatten sich als Ballonfahrer verkleidet, was spektakulär aussah: Die Piloten liefen in mit bunten Wimpeln dekorierten Holzkisten, die von jeweils einem großen, mit Helium gefüllten Ballon, hochgehalten wurden. Sogar an die Pilotenbrille hatten die Luftfahrer gedacht. Tausende Zuschauer am Wegesrand dankten es ihnen mit vielen Handyfotos.

(-nau/-ah)
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