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Neuss: "Karneval auf hohem Niveau"

Neuss : "Karneval auf hohem Niveau"

Prinz Christian I. und Novesia Stephanie II. kamen zum Talk auf das blaue NGZ-Sofa und sprachen über die Liebe zu Neuss, ihre Jahre auf Mallorca und den Stellenwert des Neusser Karnevals.

Prinz Christian I. genießt gewisse Privilegien. Eines davon ist, dass er — anders als etwa der Schützenkönig — mit seiner Novesia auf dem blauen Sofa der NGZ zum Talk mit Redaktionsleiter Ludger Baten Platz nehmen durfte. Doch die erste Frage galt der Novesia, einem "Düsseldorfer Mädchen".

Novesia Stephanie, seit wann war es Ihr Traum, Novesia zu werden?

Novesia Stephanie II. Ich bin der Liebe wegen nach Neuss gezogen, habe mich in die Stadt verliebt, bin zum Karneval gekommen — na, und dann geht es gar nicht anders als Novesia werden zu wollen. Mit dem Karnevalsbazillus wurde ich aber schon durch mein Elternhaus infiziert. Und wenn man einmal infiziert wurde, dann bleibt man es ein Leben lang, egal, wo man lebt.

Zur "Närrischen Pudelbande" sind Sie nach einer Babypause gekommen, über ihre Töchter.

Novesia Ja. Und nachdem erst unsere große Tochter in der Kindertanzgarde war, dann auch unsere jüngste und zum Schluss ich selbst wieder tanzte sagte mein Mann zu Ralf (Dienel, dem Vorsitzenden der Pudelbande, d.Red.): "Du hast meine Töchter, du hast meine Frau — willst du mich selbst auch noch haben?"

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Wir sehen Bilder von Sitzungen, gehen zu den Umzügen, doch das ist ja eigentlich nur die Spitze des Eisberges.

Novesia Ja, der Kappessonntagszug ist nur das I-Tüpfelchen.

Das heißt: Im Hintergrund wird viel Arbeit geleistet, man könnte mit Blick auf die Kindertanzgarden fast sagen Sozialarbeit.

Novesia Der Karneval begleitet uns 365 Tage im Jahr, das ist richtig. Sozialarbeit? Ja, wenn man es so nennen möchte. Ich finde es für Kinder wichtig, dass sie einen Verein haben, einen Anlaufpunkt außerhalb des Elternhauses. Dass sie wissen, wo sie ihre Freizeit verbringen und lernen, miteinander zu arbeiten. Nicht jeder als Einzelkämpfer, sondern als Teamspieler.

Welche Talente muss ich haben, wenn ich mich als Novesia bewerbe, was muss ich können?

Novesia Schwierig. Ich denke, wichtig ist einfach, sich selber treu zu bleiben. Dann macht man es gut. Das gilt auch auf der Bühne. Wenn man versucht, da jeden Abend ein Lied zu präsentieren, weiß ich nicht, ob das gelingt. Man muss einfach reingehen und für das Publikum da sein. Dafür kann man kein Drehbuch schreiben. Daran halte ich mich auch in den kommenden Tagen. Ich lasse mich treiben und genieße, was dann passiert.

Prinz Christian, Sie haben einige Jahre auf Mallorca gelebt, als Discjockey gearbeitet. Da braucht man doch auch dieses Gefühl fürs Publikum.

Prinz Christian I. Ja, auch weil da an jeder Ecke etwas geboten wird, ist das Publikum auf Mallorca schon ein besonderes. Und anspruchsvoll. Jeden Tag diese großen Säle zu füllen, sieben Tage in der Woche, sieben Monate am Stück — das war auch enorm kraftraubend.

Das kann man nicht ein Leben lang machen, oder?

Prinz Das stimmt. Irgendwann musste Schluss sein. Das war sechs Jahre gut, eine wichtige Erfahrung, doch dann musste was anderes kommen. Auch wegen der Familie.

Gab es es in der Session ein besonderes Erlebnis?

Prinz Wenn man eines herausgreifen will, dann die Prinzenproklamation. Man stelle sich vor: Die ganzen Gäste waren nur wegen uns da!

Sie sind aktiver Schütze und Prinz in der Stadt. Wie sehen Sie den Stellenwert des Karnevals in Neuss?

Prinz Als ich mir die neu gestalteten Wagen ansehen durfte, nachdem ich das auch schon in Köln und Düsseldorf konnte, muss ich sagen: Absolute klasse. Das hat alles ein sehr hohes Niveau, der Karneval in Neuss ist auf einem wirklich guten Weg. Ich bin zwar noch nicht so lange dabei, aber mir ist aufgefallen: Die Gesellschaften helfen sich. So muss es sein. Nur wer miteinander arbeitet, kann den Neusser Karneval nach vorne bringen.

Christoph Kleinau fasste das Gespräch zusammen

(NGZ/rl)