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Karneval 2020 in Neuss: Prinzenpaar auf dem blauen NGZ-Sofa

Karneval in Neuss : Ein Prinzenpaar mit Botschaft

Prinz Bernd I. (Heck) und seine Novesia Conny I. (Breuer-Heck) stellten sich am Dienstagabend im Restaurant Essenz der Bürgergesellschaft auf dem blauen NGZ-Sofa den Fragen von Ludger Baten.

Der erste Talk auf dem blauen NGZ-Sofa im neuen Jahr: Es ist Karnevalszeit und das Prinzenpaar der Stadt Neuss jeweils Stammgast. So wie am Dienstag, als sich Prinz Bernd I. (Heck) und seine Novesia Conny I. (Breuer-Heck) in der Bürgergesellschaft gewohnt locker den Fragen von NGZ-Chefreporter Ludger Baten stellten.

Sie wollte in jugendlichem Alter gern Kinderprinzessin werden, doch irgendwie ging für die kleine Cornelia dieser Traum nicht in Erfüllung. Und so fand sie zu den Blauen Funken. „Bernd, möchtest du mein Prinz werden?“, hatte „Conny“ Breuer-Heck dann 2018 schon einmal vorsichtig das Thema angeschnitten. Und er? Stimmte zu. Ohne zu wissen, was auf ihn zukommt. Ehemann Bernd ist der ruhigere Pol in dieser Gemeinschaft. Der Novesia-Garde der Blauen Funken gehört er seit 2012 an. „Ich bin mit dem Sommerbrauchtum groß geworden. Meine Frau hat mich auch für das Winterbrauchtum begeistert“ , so der 48-Jährige.

Bernd und Conny registrieren schon, dass ihnen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei ist das Rampenlicht so gar nicht beider Ding. „Aber es ist einfach die Liebe zum Brauchtum, die mich antreibt. Für mich ist die Faszination Karneval ein Lebensgefühl, das man nicht so einfach beschreiben kann“; so Conny I. „Man hat es in sich oder auch nicht.“

Das Anziehen von Fantasikostümen sei doch auch eine Art Lebensgefühl, fragt Moderator Baten. Doch Überraschung: „Ich mag das nicht so recht. Ich habe gern getanzt und dazu gehörte einfach das Kostüm. Dass ich nun als Novesia im schmucken Ornat auftrete, sehe ich nicht als Kostümierung an. Vielmehr als etwas, was zur Repräsentation dazugehört. Ich möchte auch nicht bewundert werden, wir spielen keine Rolle, das sind halt wir.“

Karneval hat für das Prinzenpaar Breuer-Heck auch eine Botschaft, eine soziale Komponente. Wichtig sei der Zusammenhalt, leben und feiern unter dem Motto „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“. „Wir sind alle Nüsser – das diesjährige Motto ist uns auf den Leib geschneidert.“

Dazu gehören für beide auch die verschiedenen Kulturen. Alle können mitmachen, keiner soll ausgegrenzt sei. „Wenn wir offen sind, können wir auch die Menschen für unser Neuss begeistern.“ Für die Novesia ist es wichtig, natürlich zu bleiben, sich nicht zu verstellen. Und authentisch zu sein wie auch Prinz Bernd. Was an Verpflichtungen auf sie zukommt, haben die beiden gewusst. Termine, Termine. „Aber wir arbeiten keinen Katalog ab. Karneval ist für uns positiver Stress.“

Nicht ganz unvorbereitet sind die beiden natürlich nicht in die Karnevalssession gestartet. Aber nur die wichtigsten Dinge wurden angepackt – Orden, Kleidung, Familien-Organisation und für Urlaub mit dem Chef reden.

Für das Ernsthafte im Karneval ist Jakob Beyen, Präsident des Karnevalsausschusses, zuständig. Mit etwa 3000 Zug-Teilnehmern und etwa 100.000 Besuchern sei die Organisation des Kappessonntagszuges eine Herausforderung. Ein Thema, das Beyen dabei am Herzen liegt, heißt „Jeck mit Respekt“. Der Respekt gegenüber Einsatzkräften, kein Dulden von verbalen Beleidigungen und Übergriffen. Damit Karneval eine gute Zukunft hat. Am Montag wird in diesem Sinne schon ein neues Motto bekannt gegeben.