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Karl-Heinz Jasper ist stellvertretender Betriebsleiter in der Eissporthalle in Neuss

Im Einsatz : In der Eissporthalle aufgewachsen

Kaum einer kennt die Eissporthalle so gut wie Karl-Heinz „Kalla“ Jasper. 1973 wurde sie eröffnet, kurze Zeit später war er schon da. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung kehrte der stellvertretende Betriebsleiter 1999 wieder zurück.

Als Jugendlicher und junger Mann seien seine Schlittschuhe nicht trocken geworden, weil er ständig auf dem Eis war, erzählt er. Das ist er heute nicht mehr, und auf Kufen schon mal gar nicht. Karl-Heinz Jasper, bekannt als „Kalla“, ist stellvertretender Betriebsleiter der Eissporthalle und zudem auch der „Mann für alle Fälle“. Denn obwohl es nicht zu seinen Aufgaben gehört, nach einer Laufzeit wieder für eine spiegelglatte Eisfläche zu sorgen, setzt er sich auch ohne Zögern auf die Maschine, wenn Personalnot herrscht. Denn schließlich muss der „Laden“ laufen. Und das ab sechs Uhr morgens, wenn das Kunstlauf-Training des Neusser Schlittschuh-Klubs (NSK) beginnt.

Die Schlittschuhe zieht Karl-Heinz Jasper mittlerweile nicht mehr an, doch die Eissporthalle ist für ihn ein zweites Zuhause. Foto: Tinter, Anja (ati)

Trainingszeiten des Neusser Eishockey Vereins (NEV), Zeiten für Schulsport, öffentliche Laufzeiten – die 1800 Quadratmeter große Fläche an der Jakob-Koch-Straße wird von September bis März stark beansprucht, und nicht immer hat sie die gleiche Temperatur. „Das hängt von der Anzahl der Leute ab, die unterwegs sind und von der Außentemperatur“, erklärt Fachmann Jasper. Zwischen minus zwei und minus sechs Grad schwankt es, was allerdings der Nutzer wohl weniger merkt. Maximal 3312 Personen dürfen übrigens in der Halle sein, inklusive Personal.

Als die Halle am 12. Dezember 1973 mit einer Vorstellung von „Holiday on ice“ eröffnet wurde, war auch Karl-Heinz Jasper dort, traf einen Bekannten seines Vaters, der ihm sofort einen Job vermittelte – als Ordner bei den öffentlichen Laufzeiten und den Eishockey-Spielen. 1980 dann wurde Jasper Platzwart auf der Sportanlage in Weckhoven, wechselte 1984 zu der nach Reuschenberg, wo er 15 Jahre blieb, bis es ihn 1999 wieder zurück in die Eissporthalle zog. Und dort ist er geblieben. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Dienstpläne zu erstellen und die Vereine zu betreuen. Außerdem ist er verantwortlich für die Gastronomie der Eissporthalle wie auch für die des benachbarten Südbads.

Zwei bis drei Wochen dauere es nach der Wintersaison, bis die Halle im „Sommerzeit-Modus“ ist. Nach der letzten Laufzeit im März, die immer mit einer Schaumparty endet, beginnt das große Abtauen, das fünf Tage in Anspruch nimmt. Vorher werden noch die Stoffmarkierungen entfernt. „Der Betonboden unter der Eisfläche, die 3,5 Zentimeter dick ist, wird getrocknet, so dass die Fläche in der Sommerzeit anders genutzt werden kann“, sagt Karl-Heinz Jasper. Das wird sie zum Beispiel bei zwei Stoffmärkten und im nächsten Jahr bei einer großen „Tanz-in-den-Mai“-Veranstaltung. Und natürlich trainieren die Eishockey-Spieler auch im Sommer, dann gelegentlich auch auf Inlinern.

Die Aufbereitung der Eisfläche – nach dem Neusser Schützenfest – dauert ebenfalls fünf Tage. „Dann“, erklärt Jasper, „wird erst der Betonboden herunter gekühlt, bevor die erste Wasserschicht kommt und die Markierungen gelegt werden.“ Ist die gefroren, kommt die nächste und so weiter. Dann können auch schon die Kufen wieder geschliffen werden und ab geht’s.

Ungefähr 600 Schlittschuh-Paare stehen übrigens zum Ausleihen bereit– und das in den Größen 25 bis 50. „In Größe 50 haben wir aber nur zwei Paare“, sagt Jasper, der noch eine weitere Leidenschaft hat: Der 61-Jährige ist nämlich Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Blau-Rot-Gold, und für die beginnt am kommenden Sonntag die Session. „Ich glaube, in den kommenden Wochen habe ich kein freies Wochenende mehr“, sagt der Neusser, der es auch genießt, Zeit mit seinen beiden Enkelinnen (drei und fast zwei Jahre) zu verbringen. Und dass die in nicht allzu langer Zeit auch auf der Eisfläche stehen werden, daran besteht wohl kein Zweifel.