Neuss: Kanuten warnen vor Autoaufbrüchen

Neuss: Kanuten warnen vor Autoaufbrüchen

Am Parkplatz der Erft-Wildwasserstrecke werden oft Autos aufgebrochen.

Auch wenn es derzeit eher ungemütlich draußen ist, trauen sich die Kanuten aus der Umgebung auf die Erft und gehen ihrem Hobby nach. In der Regel kommen die Sportler mit ihrem Auto, das sie am Parkplatz des "Barfußpfades" gleich neben dem Berghäuschensweg abstellen. Doch immer wieder stellen Paddler nach dem Training auf dem Wasser fest, dass diese in der Zwischenzeit aufgebrochen wurden. Allein am vergangenen Samstag wurden vier dieser Fälle bekannt.

Unter den Sportlern macht sich langsam Verunsicherung breit, weiß Oliver Mast vom Düsseldorfer Wassersportverein Benrath. "Schon vor einem Jahr gab es einen ersten Einbruch. Da haben wir noch gesagt: Das kann ja mal passieren. Aber in der Zwischenzeit ..." Dabei ist den Kanuten durchaus klar, dass die abgestellten Autos für Diebe ein gefundenes Fressen sind: "Durch die charakteristischen Dachträger sind wir gut zu erkennen. Damit ist auch klar, dass das Auto eine gewisse Zeit unbeaufsichtigt ist. Und kaum jemand nimmt Portemonnaie und Handy mit ins Boot", sagt der begeisterte Wassersportler.

Die Lösung für das Problem gestaltet sich schwierig. Zwar sieht die Kreispolizeibehörde Neuss den Parkplatz am Barfußpfad noch nicht als Diebstahls-Schwerpunkt an, "wir verstehen aber durchaus die Verunsicherung der Paddler," erklärt Diane Drawe von der Pressestelle der Polizei. Sie rät, möglichst nie Wertgegenstände im Auto zu lassen: "Ein Fahrzeug ist nun mal kein Tresor." Auch dass am vergangenen Wochenende gleich vier Autos auf einmal aufgebrochen wurden, ist aus Polizei-Sicht nicht ungewöhnlich. Drawe appelliert an die Passanten, jede ungewöhnliche Beobachtung zu melden.

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Oliver Mast sieht die einzige Chance der Kanuten darin, die Autos möglichst uninteressant zu machen: "Es gibt Möglichkeiten, die Sachen im Boot sicher zu verstauen. Wenn die Täter nichts mehr finden, kommen sie hoffentlich nicht so schnell wieder." Mit Hinweisschildern versuchen die Kanuten, die Sportlerkollegen für das Problem zu sensibilisieren.

"Wir müssen alle besser aufpassen und vorsichtiger sein", appelliert Mast an alle Wassersportler. Auf alternative Trainingsmöglichkeiten können die Kanuten nicht ausweisen. Etwas Vergleichbares zur Wildwasserstrecke zwischen Gut Gnadental und der Erftmündung findet sich im Umkreis von 100 Kilometern nicht. "In der Erft trainieren auch Leistungssportler im Slalom, Rodeo und Freestyle," sagt Mast, der schätzt, dass 200 bis 300 Kanuten auf dem Abschnitt regelmäßig unterwegs sind.

(NGZ)
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