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Neuss: Kanten-Tour zeigt Holzheims Geschichte

Neuss : Kanten-Tour zeigt Holzheims Geschichte

Spannende Geschichte, hoher Freizeitwert und eine hervorragende Infrastruktur – Holzheim präsentiert sich bei den "Neusser Kanten". Die Führung übernehmen Experten, die sich auskennen: Mitglieder des Heimatvereins Holzheim.

Spannende Geschichte, hoher Freizeitwert und eine hervorragende Infrastruktur — Holzheim präsentiert sich bei den "Neusser Kanten". Die Führung übernehmen Experten, die sich auskennen: Mitglieder des Heimatvereins Holzheim.

Geradezu ein Luxusproblem hatten Bernd Gerigk und Willy Lohkamp vom Heimatverein Holzheim vor der Führung am kommenden Samstag: Was sollen sie zeigen, was bei der Tour weglassen? Mehr als 1200 Jahre urkundlich belegte Geschichte, Baudenkmäler und moderne Kunstwerke, Kulturraum Hombroich — Holzheim ist reich an interessanten Sehenswürdigkeiten und spannenden Zielen.

"Aus Zeitgründen werden wir uns auf den engeren Ortskern konzentrieren und abschließend zum Gut Eppinghoven radeln", erklärt Bernd Gerigk. Denn in und rund um die Pfarrkirche St. Martinus gibt es bereits reichlich zu sehen. So wird in dem Gotteshaus eine Reliquie des heiligen Missionars Liudger aufbewahrt und verehrt, jenes Mannes also, dem Holzheim den Nachweis über seine 1200-jährige Geschichte verdankt. Denn in einer Urkunde aus dem Jahr 801 wird erstmalig "Holtheim" erwähnt.

An Liudger und die 1200-Jahr-Feier im Jahr 2001 erinnert heute auch die Stele, die der Münchrather Künstler Robert Beerscht nach einem Entwurf von Bernd Gerigk aus Basalt anfertigte. Sie wurde 2007 gleich neben der Pfarrkirche aufgestellt. Das Martinushaus, das ehemalige Krankenhaus Holzheims, sowie das frühere Kloster der Augustinerinnen, die Cluse (Klause), wie der Lyrmannshof auch genannt wird, der Pfarrhof und die alte Küsterei sowie die Schule aus dem Jahr 1836 am Hindenburgplatz — auf engstem Raum ist einiges an sehenswerter historischer Bausubstanz erhalten geblieben.

Aber die Holzheimer, die bis zur kommunalen Neugliederung 1975 selbstständig waren und sich einen positiven Heimatstolz bewahrt haben, zeigten sich auch Neuerungen gegenüber aufgeschlossen: So weist Willy Lohkamp unter anderem auf die Skulptur "Trauernde" von Josef Neuhaus, den Stein mit Ritzfiguren des auf der Museumsinsel Hombroich lebenden Künstlers Anatol Herzfeld und den Martinusbrunnen hin.

Weiter geht es zum Ständebaum (1995) und zum Steingarten, einer versteinerten Deutschlandkarte, auf der alle Orte mit Namen Holzheim verzeichnet sind. Idyllisch gelegen ist das Gut Eppinghoven mit seiner Mühle. Das ehemalige Gut des Klosters Gerresheim, das lange Zeit Zisterzienserinnen als Kloster diente, ist durch seine Urkunden ein reicher Quell für die Holzheimer Geschichte. Erhalten sind heute noch das in Privatbesitz befindliche Hauptgebäude und das frühere Wirtschaftsgebäude. Beide wurden 2001 in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen.

Bis Ende Oktober laden Neuss Marketing und NGZ alle zwei Wochen zu Aktiv-Touren ein, um den Neussern ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln näher zu bringen. Zu Fuß oder per Rad erkunden die Teilnehmer ein bestimmtes Viertel — teils mit ungewöhnlichem, immer spannendem Schwerpunkt und geführt von Kennern der jeweiligen "Neusser Kante". Dabei sind die Teilnehmer aufgerufen, sich an einem begleitenden Foto-Wettbewerb zu beteiligen.

(NGZ)