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Neuss: Kahlenberg sucht einen neuen KSK-Präsidenten

Neuss : Kahlenberg sucht einen neuen KSK-Präsidenten

Von einer schweren Bandscheiben-Operation erholt er sich derzeit zu Hause. "Jeden Tag wird es ein wenig besser", sagt Hermann J. Kahlenberg (67). Aber sein Entschluss steht fest: "Ende des Jahres ist für mich Schluss."

Dann zieht er sich nach fast 40 Jahren an der Spitze des Ringersport-Vereins KSK Konkordia Neuss aus dem Präsidentenamt zurück. Das sei keine Frage der Lust. "Mir bereitet die Arbeit Freude, aber die Gesundheit spielt nicht mehr mit", begründet Kahlenberg seinen bevorstehenden Rückzug.

Kahlenberg übergibt ein gut bestelltes Haus. Der Verein ist vital, hat rund 500 Mitglieder, sei schuldenfrei, verfüge über eine starke Jugendabteilung und ein motiviertes Mitarbeiter-Team. Dennoch sorgt sich Kahlenberg. Für ihn ist kein Nachfolger in Sicht: "Gefühlt habe ich über hundert Persönlichkeiten angesprochen." Bisher fand sich keiner, der als Präsident den leistungsorientierten Sportverein übernehmen mag. Es bleibt für die Zukunft nur das Prinzip Hoffnung.

Der KSK Konkordia Neuss ist das Lebenswerk des Hermann J. Kahlenberg. Er verbreitete zunächst die Basis, aus der dann die Spitze erwuchs. In seiner Ära entwickelte sich der KSK Konkordia zu einem Mehrspartenverein. Dank der vorzüglichen Jugendarbeit wurde der Neusser KSK Konkordia zu einer der besten Ringersport-Adressen in Deutschland. Zuletzt gehörten die Neusser Ringer zwölf Jahre ununterbrochen der Bundesliga an.

Freiwillig zogen sich die Neusser jetzt aus der Bundesliga zurück und wagen in der vierthöchsten Klasse einen Neuanfang. In der Verbandsliga will Cheftrainer Max Schwindt mit jungen Ringern aus den eigenen Reihen eine neue Mannschaft aufbauen. Viele Athleten haben inzwischen Neuss verlassen. In der Bundesliga werden 14 Ringer antreten, die schon das KSK-Trikot trugen.

Kahlenberg blickt nicht im Zorn zurück. Für ihn beginnt nun eine neue Zeitrechnung. Was bleibt ist die gute Infrastruktur. So verfügt der KSK Konkordia über ein eigenes Ringersportzentrum im Nordpark. Ideale Voraussetzungen, um eine gute Trainingsarbeit zu leisten. "Alles stimmt", sagt Hermann J. Kahlenberg, "was der lebendige Verein aber in dieser Situation benötigt, sind zwei weitere starke Persönlichkeiten: einen neuen Präsidenten und einen sportlichen Leiter."

(NGZ/rl)