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Neuss: Junge Politik(er) im Internet

Neuss : Junge Politik(er) im Internet

Facebook, Twitter und Co werden auch innerhalb der Neusser Politik genutzt. Vor allem die Jugendorganisationen der Parteien sind im Netz aktiv, um junge Wähler zu erreichen. Viele sind vom Erfolg dieser Ansprache überzeugt.

Aus dem Bundestag wurde 2009 das Ergebnis der Wahl des Bundespräsidenten bereits vor der offiziellen Veröffentlichung bekannt. Per Twitter-Kurznachricht hatten zwei Abgeordnete das Internet bereits 15 Minuten vor der Verkündung der Wiederwahl des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Wahlergebnis gespeist.

Längst hält das Web 2.0 Einzug in der Politik. Regierungssprecher Steffen Seibert twittert aus der Hauptstadt, doch auch auf lokaler Ebene nutzen Politiker die Möglichkeiten des Web 2.0, des so genannten Mitmach-Webs. In Neuss sind vor allem die Jungpolitiker in Sozialen Netzwerken aktiv und von ihnen überzeugt.

"Vor allem Facebook nutzen wir sehr rege", sagt Karolina Buckner. Die Vorsitzende der Jungen Union (CDU) in Neuss hält den beliebten Internetdienst, der Freunde und Bekannte untereinander vernetzt und die Möglichkeit bietet, Neuigkeiten und Nachrichten zu veröffentlichen, für sehr praktisch. "Man muss mit der Zeit gehen", erklärt sie. So organisiere sich die Junge Union mittlerweile über Facebook.

In einer privaten Gruppe, deren Inhalt nur Mitglieder lesen können, wird interne Parteiarbeit betrieben. "Neben Facebook sind wir auch bei Twitter aktiv. Wir haben ein Vorstandsmitglied, was sich speziell um unsere Internetaktivität kümmert", erklärt die 25-Jährige.

Besonders interessant seien die Internetdienste, um zu Veranstaltungen einzuladen. "Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben inzwischen Smartphones und bekommen die Einladung direkt auf ihr Handy", sagt Buckner.

Darauf setzen auch die Jusos (SPD): "Wir bewerben zum Beispiel unseren Stammtisch online. Wer will, kann sich bei Facebook direkt anmelden oder für den Termin absagen", erklärt Michael Ziege. Die Jusos präsentieren sich zusätzlich auch bei Studi-VZ, was vor allem Studenten untereinander vernetzen soll sowie bei YouTube, wo Videos online gestellt werden.

"Ich persönlich nutze auch all diese Plattformen. Facebook privat, meine Homepage eher für die politische Arbeit", erzählt der 24-Jährige Student. Den größten Erfolg schreibt Ziege der Homepage der Jusos in Neuss zu: "Auf die Inhalte dort bekommen wir die meiste Rückmeldung und haben so auch schon Mitglieder gewonnen."

Während die Grüne Jugend lediglich auf einer Homepage informiert, nutzen die Jungen Liberalen (FDP) viele Möglichkeiten des Internets. Vorsitzender Malik Riaz Hai Naveed ist vom Web 2.0 überzeugt: "Ich verlinke unsere Pressemitteilungen bei Facebook und stelle dort politische Inhalte zur Diskussion. Teils wird dann rege kommentiert", sagt er. Doch bei allem Nutzen: "Lokalpolitik funktioniert am besten auf der Straße."

(NGZ)