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Neuss: Jugendtreff in der Barbaraschule

Neuss : Jugendtreff in der Barbaraschule

Ab Januar soll es im Hausmeisterraum der Barbaraschule einen festen Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche geben. Dieser löst das Projekt "Haus on tour" ab, das zum Jahresende eingestellt wird. Ein Träger wird noch gesucht.

Der Jugendhilfeausschuss hat "Ja" gesagt: Ab Januar soll es im Barbaraviertel eine feste Einrichtung für Kinder und Jugendliche geben, die im bisherigen Hausmeisterraum der Barbaraschule untergebracht werden soll. Den Treff bezuschusst die Stadt mit 22 615 Euro — dieser Betrag wurde bislang dem Haus der Jugend für das "Haus on tour" gewährt, das mobile Jugendarbeit leistet, nun aber zum Jahresende eingestellt wird. "Dieses Provisorium wird durch etwas Festes ersetzt", nannte es Thomas Nickel, der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.

Diese Formulierung gefällt Holger Lehnhoff, dem Leiter des Hauses der Jugend, gar nicht. "Nach zwölf Jahren ,Haus on tour' kann man schlecht von einem Provisorium reden", sagt er. Seit dem Jahr 2000 hatte das Projekt an drei Nachmittagen in der Woche mobile Jugendarbeit ins Barbaraviertel getragen. "Anfangs waren wir nur in den Sommermonaten da, aber der Bedarf war so groß, dass wir dann ganzjährig etwas angeboten haben", sagt Lehnhoff und erinnert sich an Tage "bei Eis und Schnee in der Pizzeria". Dass das "Haus on tour" nun eingestellt wird, findet Lehnhoff "sehr schade", denn: "Ein mobiles Angebot hat ganz andere Kapazitäten. Auch in anderen Stadtteilen, zum Beispiel in Reuschenberg, gäbe es Bedarf, der so nicht gedeckt werden kann". Speziell für das Barbaraviertel sei "eine feste Einrichtung, in der ganzjährig Angebote stattfinden, aber in der Tat ein Fortschritt", so Lehnhoff.

Das sieht Sozialdezernent Stefan Hahn ähnlich: "Der Schwerpunkt des ,Haus on tour' war das Barbaraviertel. Da hat sich gezeigt: Da brauchen wir etwas für Kinder und Jugendliche. Und es ist faktisch und sachlich nachvollziehbar, dass ein Quartier wie das Barbaraviertel eine feste Kinder- und Jugendeinrichtung braucht." Im ehemaligen Hausmeisterraum seien nur noch einige "Schönheitsreparaturen" zu tätigen, dann könne der Jugendtreff ab Januar starten. Eine hauptamtliche pädagogische Fachkraft soll mindestens mit einer halben Stelle den Treff — voraussichtlich unterstützt von Ehrenamtlern — mindestens 15 Stunden an mindestens drei Tagen pro Woche betreiben.

Gesucht wird allerdings noch ein Träger, denn mit den 22 615 Euro allein dürfte der Treff nicht vollumfänglich zu bewirtschaften sein. "Dieses Geld soll ausschließlich für das Personal eingesetzt werden, eventuelle Mietkosten und Materialien sind darin nicht enthalten", sagt Hahn. Als ein Träger wird sich auch das Haus der Jugend bewerben: "Wir werden unseren Antrag Anfang Oktober einreichen", kündigt Lehnhoff an. Sein Haus bliebe so dem Barbaraviertel treu.

(NGZ/rl)