Jugendliche entwerfen mit „Neuss to go“ einen eigenen Stadtführer

Jugendsprech in Neuss : Jugendliche entwerfen mit „Neuss to go“ eigenen Stadtführer

Ein bisschen comicartig und sehr informativ ist der neue Stadtführer Kultur von Jugendlichen für Jugendliche. Er trägt den Titel „Neuss to go“.

Wissen Sie, was „nope“ heißt? Die Kulturbeigeordnete Christiane Zangs wusste es nicht, was auch nicht verwunderlich ist. Denn „nope“ ist Teil der Jugendsprache und heißt nichts anderes als – nein. Das Gegenteil ist übrigens „yup“ für Ja. Aber so viele Jugendliche in Neuss wird es nicht geben, die auf die Frage „Geht ihr manchmal ins Museum?“ mit „yup“ antworten. „Nope“ passt da wohl besser. Das allerdings könnte sich bald auch ändern.

Denn einer Gruppe von Jugendlichen und Kindern ist es zusammen mit den Interkulturellen Projekthelden, Britta Franken vom Theater am Schlachthof und der Künstlerin Claudia Ehrentraut gelungen, eine Broschüre zu entwerfen, die auf saloppe, aber informative Art mit den Neusser Kultureinrichtungen bekannt macht. In drei Sprachen wurde sie aufgelegt. „Arabisch, weil es die am stärksten verbreitete Sprache unter den Flüchtlingen ist“, sagt Projekthelden-Vorstand Umut Ali Öksüz, „englisch, weil es die Weltsprache ist, und deutsch, weil wir in Deutschland leben.“

„Neuss to go“ heißt der Stadtführer Kultur, ist kostenlos und wird nach und nach an die Jugendzentren der Stadt und die Kultureinrichtungen verteilt. 600 Stück umfasst allein die Auflage in Deutsch, jeweils 300 in den beiden anderen Sprachen, ein Nachdruck ist jederzeit möglich. Sofern die Sponsoren mitmachen.

Denn deren finanzieller Unterstützung ist diese Aktion im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ überhaupt zu verdanken. Fast ein Jahr haben die Jugendlichen  gearbeitet, bis alles in trockenen Tüchern war. „Drei Gruppen haben wir gebildet“, sagt der heute 18-jährige Mirza, aber jede habe alles gemacht. Dadurch seien zwar manche Informationen doppelt und dreifach eingelaufen, gibt Öksüz zu, „aber wir hielten es für besser, dass alle an allem arbeiten.“ Zwischen zehn und 17 Jahre waren die rund 40 Projektteilnehmer alt, als Zugabe haben sie noch einen Stadtplan mit der Lage der Jugendeinrichtungen beigelegt und die Piktogramme mit den Symbolen selbst entwickelt.

Vier Figuren führen den Leser durch Neuss. „Von den Jugendlichen selbst ausgesucht“, betont Künstlerin Claudia Ehrentraut. Die Sprache ist ein bisschen jugendtypisch, aber vor allem eingängig und klar. „Ich bin froh, dass meine anfängliche Skepsis nicht zum Zuge kam“, gesteht Zangs lachend. Sie freut sich zudem, dass auch das Jugendamt unter dem Dezernenten Ralf Hörsken zu den Unterstützern gehört.

(hbm)
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