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Neuss: Jugendbande hofft auf mildere Urteile

Neuss : Jugendbande hofft auf mildere Urteile

Am Düsseldorfer Landgericht hat gestern die Berufungsverhandlung gegen eine sechsköpfige Jugendbande aus Neuss begonnen. Das Neusser Amtsgericht hatte die Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren im Mai zu Jugendstrafen zwischen knapp fünf Jahren und rund zweieinhalb Jahren jeweils ohne Bewährung verurteilt.

Sie hatten gestanden, eine Serie von Überfällen auf Privatwohnungen und Supermärkten begangen zu haben.

Zu Beginn der Berufungsverhandlung sorgte Stefan Jellacic, Verteidiger des Hauptangeklagten Hanifi C. (16), für Aufsehen: Erst wollte er den Prozess aussetzen lassen, weil er sich durch "Schlamperei" in der Geschäftsstelle des zuständigen Richters Rainer Drees nicht vernünftig habe vorbereiten können, dann verließ er unter Ankündigung eines "Ablehnungsantrages" den Gerichtssaal.

Jellacic vertritt den Hauptangeklagten in der Berufung, weil dessen Vater nach der Verurteilung in Neuss mit dem Pflichtverteidiger nicht zufrieden gewesen war. Richter Rainer Drees wies die Kritik zurück. Jellacics Kanzlei habe angekündigt, Prozessakten abzuholen, sei dann aber nicht erschienen. Verhandelt wurde im Anschluss an Jellacics Ausbruch auch noch — die Angeklagten zeigten sich wie schon in Neuss geständig. Sie räumten ein, unter anderem zwei ältere Ehepaare in Selikum und Erfttal überfallen zu haben. Trotz des teilweise brutalen Vorgehens hoffen die Angeklagten nun, dass das Landgericht die Urteile abmildert. Der Prozess soll am 21. August zu Ende gehen.

(NGZ/rl)