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Neuss: Jugendbande gesteht Raubüberfall-Serie

Neuss : Jugendbande gesteht Raubüberfall-Serie

Am Neusser Amtsgericht hat gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen eine fünfköpfige Jugendbande begonnen.

Die Jungen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren sollen in Neuss, Grimlinghausen, Derikum und Norf eine ganze Serie von bewaffneten Raubüberfällen begangen haben. Zum Prozessauftakt legte das Quintett Geständnisse ab. Das Motiv der Bande: Einer der Jungen brauchte Geld, um Schulden beim eigenen Vater abzustottern. Nach eigenen Angaben nämlich hatte der 17-Jährige den Laptop seines Vaters gestohlen und versetzt. Die Eltern hatten daraufhin gegen ihr eigenes Kind Anzeige erstattet und dem Jungen auferlegt, das Geld zurückzuerstatten.

Der Jugendliche allerdings wollte sich das Geld nicht durch ehrliche Arbeit verdienen. Er entschloss sich, gemeinsam mit mehreren Kumpanen auf Beutezug zu gehen. Wahllos wurden andere Kinder und Jugendliche laut Geständnis Opfer der Jugendgang, zu Überfällen kam es unter anderem auf der Stephanstraße, am Sporthafen in Grimlinghausen sowie in einem Park in Derikum. Die Beute: Insgesamt vier Handys, Kopfhörer und etwas Münzgeld. Die Mobiltelefone wurden jeweils kurz nach den Taten bei einem Hehler zu Geld gemacht, die "Helfer" des Hauptangeklagten wollen großzügig auf ihren Beuteanteil verzichtet haben, damit der 17-Jährige die Schulden bei seinem Vater abstottern konnte.

Unklar blieb, welche Waffen bei den gemeinschaftlichen Raubzügen eingesetzt wurden. Zeugen wollten ein Messer gesehen haben, doch das bestritten die Angeklagten. Wohl räumten sie den Einsatz einer Softair-Pistole ein. Der Prozess wird heute fortgesetzt.

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