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Jüchen: Musiker spielen Höhepunkte aus Opern und Konzerten

Open Air auf Schloss Dyck : Musiker spielen Höhepunkte aus Opern und Konzerten

Die Freunde und Förderer von Schloss Dyck boten nach langer Zeit wieder ein Open Air, das gut besucht wurde. Allerdings gab es wegen der Corona-Pandemie einige Ausfälle.

Nach langer Pause gab es am Samstag endlich wieder ein Open Air-Konzert im Hof des Hochschlosses Dyck. Im Vorfeld gab es viel Aufregung, denn die erste Vorsitzende Birte Wienands befand sich in Quarantäne. Also durfte Raymund Peltzer, der stellvertretende Vorsitzende der Freunde und Förderer von Schloss Dyck, die Gäste im sehr gut besuchten Schlosshof begrüßen. Glücklicherweise waren die Musiker des „Palm-Concertino“ vollzählig anwesend, so konnte der „Sommernachtstraum“ von den Zuhörern genossen werden.

Die Leitung hatte Stefan Palm, Orgelprofessor und Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg-Stuttgart. Nach wie vor ist Palm der einzige deutsche Musiker, der neben seinem Kirchenmusikexamen gleich drei Konzertexamina ablegte, in Orgel, Klavier und Cembalo. Sein Concertino bestand auf Schloss Dyck aus erster und zweiter Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass. Das reichte vollkommen aus, um die Träumerei aus Highlights von Oper und Konzert attraktiv in den akustisch ohnehin wirkungsvollen Schlosshof zu bringen.

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Der „Danse Espagnole“ aus einer Oper von Manuel de Falla war zudem von Fritz Kreisler für kleines Ensemble „geglättet“ worden. Die Eröffnung war aber der Kopfsatz „Allegro“ aus dem Violinkonzert G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Solistin war Laura Palm. Die Tochter des Dirigenten besitzt nicht nur ihren Master in Violine, sondern auch einen medizinischen Abschluss. „Musik und Medizin sind geborene Partner“, sagt sie. Gleichwohl zelebrierte sie Mozart energisch und virtuos, vor allem zum Ende des Satzes, den sie als „Recitativo in tempo“ gestaltete. Die Violinistin hatte ein gewaltiges Pensum zu absolvieren, nahezu bei jedem zweiten Titel war ihr Solo gefragt.

Pianist Stefan Palm spielte auf dem Flügel zwei Sätze aus Mozart-Klavierkonzerten, besonders authentisch das „Rondo: Allegretto“ aus dem A-Dur-Konzert (KV 414), da es tatsächlich als Klavierquintett aufführbar ist. Überraschungsgast war die Mezzosopranistin Katerina Hebelková. Sie glänzte in einer Arie aus der Oper „Carmen“ von Geroges Bizet. Die Titelpartie hat sie schon auf vielen europäischen Bühnen gesungen. Auf Schloss Dyck begeisterte ihre Mischung aus sinnlichem Mezzo, in der Tiefe besonders warm, und der wilden Strahlkraft einer „femme fatal“.

Da auch der Moderator wegen der Pandemie absagen musste, sprang Pedro Obiera mit detaillierten Infos ein. Der pensionierte Musiklehrer des Jülicher Gymnasiums „Zitadelle“ hat einst die Familie Palm, die Eltern und drei Kinder, unterrichtet.