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Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss - 70.000 Euro für Kulturschaffende

Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss : Soforthilfe für Neusser Kulturschaffende

Die Corona-Pandemie trifft den Kulturbetrieb besonders hart. Viele Künstler haben praktisch keine Einnahmen. Die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss will helfen und lobt 70.000 Euro für hauptberufliche Künstler aus.

Mit einer einmaligen Soforthilfe soll Neusser Kulturschaffenden geholfen werden, die während der Covid-19-Pandemie mit weniger Einkünften ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Die Initiative zu diesem Sozialfonds hatte Bürgermeister Reiner Breuer. Als Vorsitzender des Kuratoriums gewann er die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss als Geldgeber: Einstimmig beschloss das Gremium 50.000 Euro als „finanzielle Unterstützung notleidender Neusser Künstler“ bereitzustellen. Bei Bedarf wird die Fördersumme auf 70.000 Euro erhöht. Das neue Programm stellten der Rathaus-Chef und Michael Schmuck als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Freitag in einer Präsenzpressekonferenz vor.

Das neue Angebot richtet sich an hauptberufliche Kulturschaffende mit Erstwohnsitz in Neuss, aber auch an Künstler, die nur Atelier oder Wirkungsstätte im Stadtgebiet haben. Anträge können im Internet – sparkasse-neuss.de/kuenstler – gestellt werden. Der maximale Förderbetrag wurde auf 2000 Euro pro Person festgelegt. Mit seiner Idee will Breuer die heimischen Künstler unterstützen, „damit die Kulturlandschaft in unserer Stadt weiterhin so bunt und vielfältig bleibt“. In den vergangenen Wochen habe die Pandemie diktiert, dass viele Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden mussten. Für die Akteure sei das mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen verbunden. Daher reagiere nun die Jubiläumsstiftung der Sparkasse zeitnah.

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Bürgermeister Breuer sieht in der lokalen Initiative eine Ergänzung der Förderprogramme, die bereits vom Bund und vom Land aufgelegt wurden. Er sei sich sicher, so Breuer, dass die massiven Auswirkungen der Corona-Krise noch „eine Weile“ finanzielle Unterstützung für die Kulturschaffenden erforderlich mache. Ausdrücklich wies der Verwaltungschef daraufhin, dass Gegenleistungen erwünscht seien. Dazu zählt er unter anderem die Möglichkeit, Gemälde oder Kunstobjekte anzukaufen. Dahinter stecke die Überlegung, mit dem Geld durchaus auch einen Impuls für kreatives, künstlerisches Schaffen zu geben.

Dankbar nahm Christiane Zangs die Aktivitäten der Jubiläumsstiftung auf. „Künstler aller Sparten bereichern unser Leben in vielfältiger Art und Weise“, sagte die Beigeordnete für Schule und Kultur, „es ist ein kleines, aber aufrichtiges Zeichen der Dankbarkeit, wenn wir sie in dieser für sie doppelt schwierigen Zeit unterstützen.“ Doppelt schwierig sei die Zeit der Pandemie für die Kulturschaffenden, „weil sie ihrer Profession nicht nachgehen können, und weil sie deshalb keine Einkünfte haben“. Zangs betonte , dass städtischen Zuschüsse für Institutionen wie das Theater am Schlachthof oder die Deutsche Kammerakademie ausgezahlt würden, obwohl 2020 keine oder nur reduzierte Gegenleistungen der Einrichtungen erfolgen können: „Wir wissen ja, dass das Geld für Mieten und Unterhalt des Betriebes erforderlich ist.“

Volker Meierhöfer, Abteilungsleiter Stiftungen bei der Sparkasse, nutzte die Pressekonferenz, ein weiteres Corona-Projekt des Geldhauses zu skizzieren. 10.000 Euro hatte die Sparkasse für Vereine ausgelobt, deren Mitglieder ehrenamtliche Corona-Hilfsdienste während der Pandemie leisten; die sich zum Beispiel in Nachbarschaftsdiensten engagieren und einen Einkaufsservice für Menschen anbieten, die aus Vorsicht nicht ihre Wohnung verlassen. Die Resonanz sei gut gewesen, sagte Meierhöfer, die Wettbewerbsteilnehmer hätten mit kreativen Projekten überrascht. Insgesamt seien aus allen acht Kommunen des Rhein-Kreises elf Bewerbungen eingegangen. Eine Entscheidung zur Preisvergabe sei noch nicht gefallen.