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Neuss: Jubiläum im „Grenzland“

Neuss : Jubiläum im „Grenzland“

Nordstadt Die Ernte ist (fast) eingebracht. Zeit, dass der Kleingartenverein "Grenzland" an der Bataverstraße zum Fest bittet, denn er hat doppelten Grund dazu: Neben dem Erntedank blickt er auch auf sein 75-jähriges Bestehen zurück.

Nordstadt Die Ernte ist (fast) eingebracht. Zeit, dass der Kleingartenverein "Grenzland" an der Bataverstraße zum Fest bittet, denn er hat doppelten Grund dazu: Neben dem Erntedank blickt er auch auf sein 75-jähriges Bestehen zurück.

Zur Feierstunde war das Vereinsheim voll besetzt. Die Gäste wurden angeführt von Vize-Bürgermeisterin Hannelore Staps und dem Repräsentanten des Stadtverbandes der Kleingärtner, Hermann Josef Kleindick.

Vorsitzender Friedrich Nix würdigte die Leistung der Vereinsgründer und der Persönlichkeiten, die in mehr als sieben Jahrzehnten Verantwortung für die Gemeinschaft trugen: "Von den meisten Mitgliedern wurden Zielstrebigkeit, Idealismus und hohe Opferbereitschaft eingebracht." Nix nahm das Auditorium in seiner Rede mit auf einen Streifzug durch die Jahrzehnte.

1931, das genaue Datum sei nicht bekannt, habe die Stadt Neuss an der Graf-Landsberg-Straße ein zirka 5500 Quadratmeter großes Gelände an 26 Personen zur landwirtschaftlichen Nutzung vergeben. Das geschah in einer Zeit, die von hoher Arbeitslosigkeit und großer persönlicher Not gekennzeichnet war.

Die Männer der ersten Stunde seien Mitglieder des katholischen Arbeitervereins "St. Barbara" gewesen. Die hätten Hand angelegt, um die Ernährung ihrer Familien zu sichern.

Die ersten Gärtner hätten es sicherlich nicht leicht gehabt, die Anlage zu gestalten, denn das von der Stadt zur Verfügung gestellte Gelände habe sich "wüst und leer" präsentiert. Aus der Brachfläche sei Schritt für Schritt eine Anlage entstanden, zu der die städtische Straßenreinigung 3000 Kubikmeter fruchtbaren Boden angeliefert habe.

Erster Vorsitzender sei damals Johann Hintzen gewesen. Der Name "Grenzland" des Vereins habe zudem die Nähe zu Düsseldorf deutlich gemacht.

Bereits im Jahr 1932 sei die Anlage durch die Stadt auf 60 Gärten erweitert worden. Die Planung stammte vom damaligen Garten-Obermeister Hans Büttgenbach. Der Krieg habe dann die Anlage schwer getroffen. Rund die Hälfte der Gärten sei vernichtet worden. Mit Handarbeit, viel Schweiß und Liebe mussten die Schäden nach Kriegsende wieder beseitigt werden. 1962 stand dann eine gewaltige Veränderung ins Haus.

Das Gelände an der Graf-Landsberg-Straße wurde von der Stadt überplant, musste aufgegeben werden und es erfolgte der Umzug zur Bataverstraße. Dort, so urteilt der Vorsitzende heute voller Stolz, hätten die Kleingärtner inzwischen eine Musteranlage geschaffen, die eine grüne Oase darstelle.

(NGZ)