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Neuss: Jröne Meerke lockt Wildgriller

Neuss : Jröne Meerke lockt Wildgriller

Wer am Jröne Meerke grillen will, muss sich zuerst anmelden und den Platz sauber hinterlassen. Das Problem: Auch Wildgriller fühlen sich auf dem Gelände wohl. Sie räumen oft nicht auf, aber für Kontrollen fehlt das Personal.

Vor zwei Wochen die Karnevalisten von "Blau-Rot-Gold", morgen der Eifelverein Neuss: Das Jröne Meerke ist nicht nur ein Quartier für Spaziergänger, sondern immer mehr auch ein beliebter Veranstaltungsort. Mit allen Konsequenzen. "Die Zustände", so formuliert es der CDU-Stadtverordnete Jochen Goerdt nach einer Ortsbegehung mit Vertretern des Grünflächenamtes, "sind verbesserungswürdig."

Am offensichtlichsten werden die Mängel bei der öffentlichen Toilettenanlage. Sie wurde in der Vergangenheit immer wieder das Ziel von Vandalismus und Schmierereien und war deshalb phasenweise gar nicht zu benutzen. Deshalb kündigte die Stadt jetzt häufigere Kontrollen der Anlage an. Ein weiteres Problem ist Müll, der beispielsweise hinter der Toilettenanlage unrechtmäßig entsorgt wird. Goerdt sieht bei der Behebung dieser Mängel allerdings nicht nur die Stadt in der Pflicht, sondern insbesondere die Nutzer dieses stark besuchten Freizeitgeländes. "Wenn sich alle nur halbwegs zivil verhielten, gäbe es keine Probleme."

Aber wer nutzt das Jröne Meerke – und mit welchen Auflagen? Rudolf Westermann vom Grünflächenamt erklärt: "Wir stellen eine Grillstation zur Verfügung. Dort können Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern stattfinden. Die Veranstaltungen müssen angemeldet werden, und wir berechnen eine kleine Gebühr." Für die Nutzung der Toilettenanlagen wird den Veranstaltern ein Schlüssel ausgehändigt. Etwa 60 dieser Veranstaltungen finden pro Jahr statt. Außerdem gibt es am Jröne Meerke größere Sonderveranstaltungen. So richtet Reiner Franzen, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft "Blau-Rot-Gold", dort jedes Jahr mit seinem Verein die Stadtmeisterschaften im Bierfassrollen aus. Dafür darf er ausnahmsweise den Parkplatz des Geländes nutzen. "Unser Event lockt nämlich bis zu 400 Besucher an", so Franzen.

Für alle Nutzer – bei großen wie bei kleinen Veranstaltungen – gilt: Der Platz ist so zu verlassen, wie er vorgefunden wurde. Für Karlheinz Irnich, Vorsitzender des Eifelvereins, der morgen am Jröne Meerke sein Sommerfest feiert, ist das selbstverständlich: "Wenn wir gehen, ist der Platz meistens sauberer als vorher." Nach allen Veranstaltungen wird der Zustand der vermieteten Anlage überprüft.

Wie kann es also trotzdem zu Verschmutzungen kommen? Auf dem Gelände werde auch oft "wild" gegrillt, sagt Goerdt. Für stärkere Kontrollen fehle aber das Personal. "Außerdem besteht Mülleimer-Mangel. Auch dieses Problem wird aus finanziellen Gründen nicht so bald behoben werden", fügt er hinzu.

(NGZ)