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Neuss: Jröne Meerke: Bürger fordern Lösung

Neuss : Jröne Meerke: Bürger fordern Lösung

Koalition, SPD und FDP wollen die Rettung des Sees jetzt konkret angehen.

Wie groß der Handlungsbedarf am Jröne Meerke ist, unterstrich der große Andrang beim Diskussionforum im Papst-Johannes-Haus. Rund 120 Gäste kamen am Dienstagabend, um über die Zukunft der Grünanlage zu diskutieren, in der sich Algenwachstum und Gänseplage zu großen Problemen entwickelt haben. Nachdem rund 40 Bürger um Christina Müller und Jörg Böckendorf vor gut einer Woche - nach einer Ortsbegehung in dem Park in der Nordstadt - eine Interessengemeinschaft gegründet hatten, sollten nun Maßnahmen diskutiert werden, um den See wieder auf Vordermann zu bringen.

"Politiker sollen heute zuhören und lernen", sagte NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten, der die Diskussion moderierte. Als Experten waren Umweltamtsleiterin Dagmar Vogt-Sädler, Rudolf Westermann vom Grünflächenamt und Gänseexperte Johan Mooij, Leiter der Biologischen Station in Wesel, eingeladen. Alle drei waren sich einig, dass die Verringerung der Gänsepopulation oberste Priorität besitzt. Vor allem die Schneegänse seien ein Problem, da sie von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen. Mooij plädierte dafür, alle einzufangen. Denn auch die Schneegänse lebten hier "am Existenzminimum". Und nach dem Einfangen? Mooij: "In den Zoo oder notfalls in den Topf."

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Es entwickelte sich eine facettenreiche Diskussion über die Gänse, fehlende Ab- und Zuflüsse zum See und unzureichende Kontrollen des Fütterungsverbots durch das Grünflächenamt. Nicht immer waren sich Experten und Bürger einig, zum Teil konnten jedoch Unklarheiten beseitigt werden.

Als dann die Politik ans Mikrophon durfte, präsentierte Ingeborg Arndt (Grüne) einen fertigen Antrag der schwarz-grünen Koalition für die nächste Sitzung des Umweltausschusses am 16. September. Darin fordert die Koalition die Errichtung einer Sauerstoffanreicherung (Kostenpunkt 120 000 Euro), ein "Gänsemanagementsystem" nach Vorbild des Unterbacher Sees in Düsseldorf, Verringerung der Schneegänsepopulation, Herstellung einer Ufervegetation und stärkere Kontrollen des Fütterungsverbots.

Die SPD reagierte überrascht, sollte doch aus ihrer Sicht an dem Abend eine gemeinsame Initiative begründet werden. "Wir haben die letzten Jahre gemeinsam nichts gemacht, dann sollten wir jetzt auch gemeinsam daran arbeiten", mahnte SPD-Umweltpolitiker Michael Ziege. Er hatte die von der SPD gebuchten Räumlichkeiten der Interessengemeinschaft für die überparteiliche Veranstaltung zur Verfügung gestellt. SPD und FDP schoben daher gestern einen ähnlich lautenden Antrag nach.

(NGZ)