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Josef Werhahn aus Neuss organisiert Eifel-Tour für Motorrad-Oldies

Eifel-Tour für Motorrad-Oldies : Josef Werhahn dirigiert 230 Teilnehmer über schöne Eifel-Strecke

Der Uedesheimer Josef Werhahn konnte endlich wieder seine Ausfahrt für PS-Veteranen organisieren. Am Samstag war es so weit: 230 Motorrad-Oldtimer waren dabei.

Motoren knattern, Menschen pellen sich in der Juni-Sonne aus ihren Lederoveralls. Der Geruch von verbranntem Benzin und frischem Kaffee liegt in der Luft. Pause. Vor der mittelalterlichen Kulisse von Burg Satzvey (Mechernich) haben 230 Motorrad-Oldtimer eingeparkt, die eins gemeinsam haben: kein Zweirad ist jünger als Baujahr 1939. Vom aufwendig restaurierten Liebhaberstück bis zum original belassenen Zeitzeugen mit viel Patina ist die ganze Bandbreite der schnaufenden Legenden vertreten.

Mittel im Getümmel steht Josef Werhahn (65), der viele Fragen beantwortet und noch mehr Hände schüttelt. Im schwarzen T-Shirt und mit Sonnenbrille strahlt er die Lust am Abenteuer aus. Der Uedesheimer ist in seinem Element. Seit mehr als 40 Jahren hat er sich mit Begeisterung den alten Motorrädern verschrieben, seit 2002 steht er an der Spitze eines Freundeskreises, der alljährlich im Juni eine Internationale Ausfahrt für die PS-Veteranen organisiert. Zuletzt fiel die Veranstaltung zwei Mal dem Coronavirus zum Opfer; am Samstag senkte sich nun im Ahrstädtchen Insul endlich die Startfahne wieder.

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Josef Werhahn fährt selbst mit, ist mittendrin und nicht nur dabei. Mit seinem Tornax-Gespann aus dem Jahr 1930 tuckert er bergauf, bergab. Im Beiwagen sitzt seine Tochter Maria (22), die Vaters Leidenschaft für alte Motorräder ohne Wenn und Aber teilt: „Ich bin mit der Ausfahrt aufgewachsen.“

Für Vater Josef Werhahn hat diese Veranstaltung trotz zweijähriger Pause nichts von ihrem Reiz verloren. Im Gegenteil: „Die Eifel mit ihren kleinen, verwinkelten Sträßchen und teilweise gegensätzlichen Landschaften ist ein ideales Terrain für eine solche Ausfahrt.“ Diesen Genuss für alle Sinne erfährt auch Hans Keckhausen aus Friedberg bei Augsburg. Er erlebt, dass die Emotionen auch Anwohner und Zuschauer erreichen: „Die Leute winken. Das ist toll.“

Die Menschen spüren, dass diese Motorrad-Wanderer nicht auf Zeit und Rekord, auf Sieg und Medaillen aus sind. Dort sind Fahrer im wahren olympischen Geist unterwegs: Dabeisein ist alles! So liefert diese Ausfahrt alter, oft stöhnender und manchesmal stinkender Motorräder Nachhaltigkeit vor allem für die Seele, vergisst aber auch die Umwelt nicht: Auf der gesamten Route gilt Tempo 30.

Nach zwei Jahrzehnten sind die PS-Enthusiasten mit ihren Gastgebern an der Ahr und in der Eifel längst freundschaftlich verbunden. Als die große Juli-Flut im Vorjahr Tod, Zerstörung und Not brachte, organisierten Werhahn & Co. Hilfe. Spenden in Höhe von 80.000 Euro flossen, Brennholz und Bautrockner wurden bereit gestellt; viele Arbeitsstunden bei den Aufräumarbeiten investiert. In der Fahrerbesprechung dankte nun Insuls Bürgermeister Ewald Neiß: „Es wird nicht alles wieder so sein wie vor der Flut, aber die Menschen in der Eifel sehnen sich nach Normalität und Rückkehr der Touristen.“

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags war eine der historischen Motorrad-Marken (Tornax) falsch benannt. Wir bitten um Entschuldigung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sah Josef Wehrhahns Eifel-Tour aus