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Neuss: Johanniter unterstützen Motorrad-Polizisten

Neuss : Johanniter unterstützen Motorrad-Polizisten

Bislang fuhren bei den Schützenfestumzügen nur Polizeimotorräder mit, diesmal auch zwei Krads der Johanniter. So sollten die Beamten entlastet werden. Laut Polizei übernahmen die Hilfsdienstmitarbeiter aber keine Polizeibefugnisse.

Für die Johanniter gab es dieses Jahr zum Neusser Schützenfest ein Novum: Zwei von ihnen fuhren auf Motorrädern an der Spitze der Umzüge mit und entlasteten so die Motorradstaffel der Polizei. "Das hat gut geklappt", berichtete Pressesprecher Dieter Guderley anschließend. Möglicherweise werde diese Zusammenarbeit mit der Ordnungsbehörde ausgeweitet. Auch die Neusser Malteser kündigten an, sich Motorräder zulegen zu wollen.

Einen Test hatte es dieses Jahr bereits gegeben. "Wir sind schon beim Rosenmontagszug im Pulk mit den Polizeimotorrädern mitgefahren", berichtet Frank Felis, der als Staffelleiter die Einsätze der Motorräder koordiniert. Angesichts der Maßgabe, dass die Polizei bei bestimmten Aufgaben entlastet werden soll, habe man sich bereit erklärt, die Beamten auch beim Neusser Bürger-Schützen-Fest zu unterstützen.

Bis zu fünf Johanniter-Motorräder seien beim Schützenfest während der Umzüge im Einsatz gewesen. "Schwerpunktmäßig werden die Maschinen als sogenannte ,First Responder' eingesetzt, um schneller durch die Menschenmenge zum Einsatzort zu gelangen und im besten Fall lebenswichtige Minuten zu sparen", erklärt Felis. Da die Kradstaffel der Johanniter im Rhein-Kreis nur aus drei Motorrädern besteht (das dritte ist noch nicht einsatzbereit), wurden weitere Johanniter-Krads aus der Umgebung angefordert. "Deutschlandweit haben die Johanniter über 100 Motorräder", berichtet der 46-Jährige, der seit über 30 Jahren bei dem Hilfsdienst aktiv ist.

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"Am vergangenen Wochenende haben wir bei einem Treffen in München überlegt, ob und wie wir mit den Krads weitere Aufgaben übernehmen können." Vorzugsweise am Wochenende, denn auch die 15 für das Motorrad ausgebildeten Johanniter im Rhein-Kreis engagieren sich - wie fast alle Helfer - ehrenamtlich.

Ganz zurückziehen werde sich die Polizei nicht aus den Brauchtumsumzügen, glaubt Felis. Das versichert auch Polizeisprecherin Diane Drawe. "Die Johanniter haben bei den Umzügen keine Polizeibefugnisse übernommen, sondern wurden im Rahmen des Rettungsplans eingesetzt", erklärt sie. Die Polizei hingegen habe die Aufgabe, den Verkehr zu sichern. Allerdings könnten in Absprache mit dem Veranstalter einige Sicherungspflichten auf Andere übertragen werden.

Die Polizei, die in Neuss mit sechs Kradfahrern ausgestattet sei und für das Schützenfest ebenfalls noch drei Kradpolizisten aus anderen Städten angefordert habe, begrüße, dass Hilfsdienstmitarbeiter den Zug auf Motorrädern begleiteten. "In einem Notfall sind sie schneller vor Ort als ein Krankenwagen, der sich erst durch den Umzug kämpfen muss", sagt Drawe.

Frank Felis hatte die Premiere zum Rosenmontagszug mitgemacht. "Das ist ein besonderes Erlebnis, wenn man da vorne im Zug mitfährt und von den Zuschauern begeistert begrüßt wird", sagt er.

(NGZ)