Neuss: Jobcenter-Neubau liegt im Zeitplan

Neuss : Jobcenter-Neubau liegt im Zeitplan

Der Rohbau des neuen Jobcenters hinter dem Neusser Hauptbahnhof steht bereits, der Innenausbau hat begonnen. Für Oktober ist die Abnahme geplant.

Das neue Jobcenter hinter dem Neusser Hauptbahnhof nimmt Gestalt an. Der Rohbau des Gebäudes steht, der Innenausbau geht voran. "Wir werden pünktlich im Oktober fertig", sagte Kai Friedenberg, Projektleiter des Neubaus, gestern bei einer Ortsbegehung – sehr zur Freude seiner Besucher, darunter Jobcenter-Geschäftsführerin Wendeline Gilles, Arbeitsagentur-Chefin Angela Schoofs und Landratsvertreter Jürgen Steinmetz, der als Vertreter der Trägerversammlung gekommen war.

"Derzeit sind wir dabei, die Büros zuzuteilen", erzählte Gilles beim Rundgang durch das vierstöckige Gebäude, in dem künftig 220 Angestellte arbeiten, die aus den Standorten Neuss, Kaarst, Meerbusch und Korschenbroich am neuen Standort zusammengezogen werden. Das Jobcenter wolle damit Synergieeffekte besser nutzen, erläuterte Gilles, und Jürgen Steinmetz hofft, dass sich diese ab kommenden Jahr auch finanziell niederschlagen, denn die Kosten für die Unterkunft der rund 30 000 Hartz-IV-Bezieher im Rhein-Kreis machen 20 Prozent des Kreishaushalts aus. "Jede Reduzierung sorgt für eine Entlastung", sagte Steinmetz.

Der zwölf Millionen Euro teure Neubau soll künftig die Arbeitsvermittlung und die Leistungsgewährung beherbergen. Die Abteilungen "Jugendhaus" und "Visionen-50-Plus" ziehen ebenfalls um, jedoch an andere Standorte in Neuss. Die Stresemannallee wird völlig geräumt – was insbesondere die Mitarbeiter psychologisch entlasten soll. Sie können mit dem Umzug den Ort verlassen, an dem im vergangenen Jahr eine junge Kollegin Opfer eines Messerstechers wurde und starb.

Im Neubau war schon vor diesem Vorfall mit einem umfassenden Sicherheitskonzept geplant worden. "Das war uns von Anfang an wichtig", sagte Gilles. So gehören zu jedem der rund 200 Büros Zwischentüren, so dass die Mitarbeiter bei drohender Gefahr sofort den Raum verlassen können. Außerdem ist die Kundenbetreuung neu strukturiert worden: "Neben dem Empfangsbereich im Erdgeschoss hat jede Etage einen eigenen Wartebereich", erläuterte Gilles, die darauf hofft, dass die hellen Farben, die in dem in modulbauweise gefertigten Gebäude dominieren, eine positive Atmosphäre schaffen werden – nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Kunden. "Wichtig ist, niemanden unter Generalverdacht zu stellen, aber auch null Toleranz bei Gewalt zu vermitteln", sagte Arbeitsagentur-Chefin Schoofs.

(NGZ)
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