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Neuss: Jecke Wiever übernehmen die Macht

Neuss : Jecke Wiever übernehmen die Macht

Bei strahlendem Wetter starteten die Narren in die Schlussphase der Session. Zu Hunderten kamen die Neusser dazu schon am Morgen zum Markt. Eine wichtige Entscheidung war da schon gefallen: Der Kappeszug ist genehmigt.

Um 11.20 Uhr gab Prinz Frank I. die Jagd auf Christoph Döneke frei. „Das ist der einzige ledige Standartenträger in Neuss, Mädchen“, pries er den 27-Jährigen der vielhundertköpfigen Möhnenschar auf dem Markt an. „Holt ihn euch, macht ihn fertig.“ Doch die Stadt- und Prinzengarde brachte Döneke, der im ersten Jahr dabei ist, sicher von der Bühne, auf der die jecken Wiever zuvor Thomas Nickel in Ketten präsentiert hatten. Der stellvertretende Bürgermeister konnte nicht anders, er musste den Narren die Schlüsselgewalt über das Rathaus überlassen.

Die Karnevalisten konnten bei schönstem Wetter unbeschwert feiern, denn die allerwichtigste Entscheidung mit Blick auf die Karnevalstage war schon gefallen, als das Rathaus gestürmt wurde: Der Beigeordnete Stefan Pfitzer hatte am Morgen das vorgelegte und geprüfte Sicherheitskonzept akzeptiert und den Kappessonntagszug genehmigt. Damit heißt es am Sonntag ab 13.11 Uhr: „D´r Zoch kütt“.

„Das Wetter ist toll, der Markt ist voll“, jubelte Novesia Anja I. den bunt kostümierten Jecken zu. Jahr für Jahr hatte sie aus dieser Menge heraus das Prinzenpaar bejubelt, jetzt erfüllte sie sich den Traum, selbst als Novesia auf der Bühne zu stehen. Obwohl Altweiber die Frauen das Regiment innehaben, überließ Anja I. ihrem Prinzen für einen kleinen Triumph das Mikrofon. „Am Elften im Elften haben alle gelacht, als ich gesagt habe: Die Sonne wird scheinen“, erinnerte er an den Tag der Prinzenvorstellung. Und er hatte Recht behalten!

Nickel bestätigte den Tollitäten, alles richtig gemacht zu haben: „Wenn schon Prinzenpaar, dann in der längsten Session des Jahrhunderts.“ Aber auch die dauert leider nicht ewig.

(NGZ)