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Janusz-Korczak-Gesamtschule in Neuss feiert 30-Jähriges

Janusz-Korczak-Gesamtschule in Neuss feiert 30-Jähriges : Alles Gute, erste Gesamtschule!

Mit Festakt und Aktionen auf dem gesamten Schulgelände feierte die Janusz-Korczak-Gesamtschule am Freitag ihr 30-jähriges Bestehen. Die Verantwortlichen erinnerten dabei an den schwierigen Start – und lobten die Entwicklung.

Aller Anfang ist schwer. Der Satz, für den eigentlich ein paar Euro ins Phrasenschwein eingezahlt werden müssten, beschreibt die Entstehungsgeschichte der Janusz-Korczak-Gesamtschule (JKG) wohl am besten. „Wir waren bestimmt kein Wunschkind, haben uns aber zu einem geschätzten Erwachsenen entwickelt“, sagte Schulleiter Achim Fischer. Der Anlass seines Rückblicks auf den Beginn der Schule war gewiss kein fiktiver, sondern überlegt ausgewählt. Schließlich feierte die erste Neusser Gesamtschule am Freitag ihr 30-jähriges Bestehen.

Fischer zog den beliebten Vergleich zwischen Schul- und Menschenjahren heran: „Mit 30 ist man aus dem Gröbsten raus und stellt sich zwei Fragen: Wo steht man? Und wo will man hin?“. Natürlich sparte Fischer nicht mit Schulterklopfern. So habe die JKG als erste ihrer Art den Weg für die weiteren vier Gesamtschulen in Neuss geebnet. Zum Geburtstag, der nicht nur im Schulgebäude, sondern auch außerhalb mit vielen verschiedenen Aktionen und Ausstellungen gefeiert wurde, nannte Fischer zwei Wünsche. Der erste: Keine permanenten neuen bildungspolitischen Ideen, die den Gesamtschulen ihre Heterogenität nehmen. Der zweite: Mehr Personal – inklusive Sozialpädagogen sowie Schulpsychologen – und eine bessere Ausstattung.

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Bürgermeister Reiner Breuer dämpfte in seiner Rede zwar ein wenig die Erwartungen, als er betonte, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden könne, „wir werden aber weiterhin in die Schule investieren und sie in Schuss halten“. Dass es vor drei Jahrzehnten überhaupt zu der ersten Neusser Gesamtschule kommen konnte, sei in erster Linie den damaligen Eltern zu verdanken, die eine Gesamtschul-Initiative gründeten – und aus dem „Kulturkampf“, wie Breuer es nannte, als Sieger hervorgehen sollten.

Als Sieger dürfen sich auch die Schüler des JKG fühlen, die das Programm engagiert mitgestalteten. So gab es zwischen den Reden unter anderem musikalische Beiträge – Klavierstücke von Davut Dogru und Jil Ringes – sowie Schauspieleinlagen von der Theater AG, die „Momo“ und „Romeo und Julia – wie es hätte enden können“ den Zuschauern präsentierte. Auch die Moderation übernahmen mit Helene Erkes und Franziska Hons zwei Schülerinnen.

Vielfalt. Dieses Wort fiel während des Festaktes immer wieder. Auch Schülersprecherin Noemi Gröne ging auf das Motto der Feierlichkeiten ein, in dem sie betonte, dass 36 verschiedene Nationen an der Schule „zuhause“ sind. „Warum sollte das nicht funktionieren“, fragte die Schülersprecherin, die ebenfalls lobende Worte für das Modell Gesamtschule fand: „Wir wurden nicht ausgesiebt, als wir nicht die richtigen Noten hatten.“

Gar einen Generationswechsel läute der Schulpflegschaftsvorsitzende Marcus Henrichs ein: Viele Lehrer, die die Schule prägten, hätten sich mittlerweile in den Ruhestand verabschiedet, nun sei es an den jungen Lehrern, diesen Weg fortzuführen.

Dass das gelingen wird, daran hat auch Jürgen Petrasch als Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf keinen Zweifel: „Die Lehrer trauen ihren Schülern etwas zu – und dann können sie es auch.“ Können wurde auch auf gesanglicher Ebene präsentiert – so bildete ein Auftritt des Schüler-Eltern-Lehrer-Chors den Abschluss des Festaktes am Nachmittag.