Jahresrückblick in Neuss 2021 – gefangen in der Corona-Schleife

Neuss · Omikron und Verkehrsversuch waren vor einem Jahr noch Fremdworte. 2021 hat die Neusser viel Neues gelehrt – und auch, an einer Stärke festzuhalten: der Zuversicht.

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Das sind die Neusser Bilder des Jahres 2021

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Foto: Georg Salzburg (salz)

Mit der Hoffnung, sich mit massenhaften Impfungen gegen das Coronavirus wieder größere Freiheiten zu erkämpfen, beginnt das Jahr 2021 – und endet auch damit. Dazwischen liegen Monate, in denen die Neusser viel Neues lernen. Nicht nur das Wort Omikron-Variante oder was eine Hybrid-Sitzung in der Politik ist, sondern auch, was unter einem Verkehrsversuch zu verstehen ist.

Ihn zu starten, ist eines der ersten großen Projekte, die die neue Ratsmehrheit von SPD, Grünen und UWG/Aktiv schon im Januar in Angriff nimmt und im Juli einführt. Die Debatte über eine vom Durchgangsverkehr befreite Sebastianusstraße wird – nimmt man Corona-Themen wie das politische Ringen um Luftfilter in Klassenräumen oder Lolli-Tests in Kitas aus – zu dem politischen Dauerbrenner 2021 schlechthin.

Daneben ist viel von dem, was in Neuss seit jeher von Dauer schien, erneut in Frage gestellt. Die großen Volksfeste fallen aus, im Herbst immerhin tasten sich Schützen im Neusser Süden an kleinere Formate heran. Doch zum Beispiel der Fackelzug in Neuss, der sonst Zehntausende Zuschauer anzieht, schrumpft auf eine einzige Fackel, die die Neusser Grenadiere vor dem Zeughaus zeigen. Ein Statement.

Überhaupt bemühen sich viele Neusser um positive „Schlagzeilen“: Die Schausteller sorgen auf eigenes Risiko mit einem Rummelplatz für Vergnügen, das Hansefest steigt – mit Auflagen – und wird von einem Konzert der Räuber gekrönt. Und im September erfährt die Bundesrepublik, die in diesem Jahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ feiert, dass dieses in Neuss wieder eine Heimat hat. Denn die neue Synagoge wird eingeweiht.

Zur Tüchtigkeit kommt in vielerlei Hinsicht Glück hinzu. Die Flutwelle etwa, die im Juli am Oberlauf der Erft zu Verwüstungen führt, erreicht Neuss nicht. Andererseits wird der Limes Unesco-Weltkulturerbe – und Neuss schickt sich an, den Schatz seiner römischen Vergangenheit als Kapital für die Gestaltung der Zukunft zu nutzen.

Neuss lernt aber auch neue Varianten der politischen „Farbenlehre“ kennen. Auf „Rot-Grün plus“ im Rat folgt die „Ampel“ im Bund. Deren Frontmann Olaf Scholz (SPD) kommt – wie sein Konkurrent Armin Laschet (CDU) auch – im Bundestagswahlkampf nach Neuss.

Neuss muss aber auch lernen, weiter geduldig zu sein. Karneval 2022 ist schon abgesagt. Aber die Hoffnung bleibt, Corona doch zu besiegen. Das Impfzentrum bleibt auch zum Jahreswechsel geöffnet.

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