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Neuss: ISR - eine Schule so bunt wie die Welt

Neuss : ISR - eine Schule so bunt wie die Welt

Alles begann mit nur 65 "students" zur Untermiete in einem Provisorium im Hammfeld. Heute feiern 550 Schüler den zehnten Geburtstag der Internationalen Schule (ISR) in Neuss im modernen Schulgebäude am Stadtwald.

Die markante Farbgebung fällt sofort auf. Der Kulturkenner denkt angesichts der großen Flächen im intensiven Rot, Gelb oder Blau sofort an den niederländischen Maler Piet Mondrian – und das ist durchaus beabsichtigt. Die Farbgebung des Gebäude-Komplexes nahe dem Stadtwald ist nur eines von vielen Alleinstellungsmerkmalen der Internationalen Schule am Rhein (ISR) in Neuss. Im September 2007 zogen 350 Schüler ein. Heute werden dort 550 Mädchen und Jungen aus 48 Nationen unterrichtet. Doch die Geschichte der ISR in Neuss ist älter als das Gebäude, am Sonntag feiert die Schule bereits ihr zehnjähriges Bestehen. "Wir hatten viele schöne Erfolgserlebnisse", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Wilhelm Fuchs rückblickend, "aber wir mussten auch viele große Probleme aus dem Weg räumen".

Alles begann mit gerade einmal 65 "students" im Jahr 2003. Ein eigener Bau fehlte. Die noch junge ISR zog als Untermieter in das Berufsbildungszentrum (BBZ) im Hammfeld ein – ein Provisorium für vier Jahre. Parallel wurde das Neubauprojekt auf einem Gelände am Stadtwald, zwischen Autobahn A 57 und Konrad-Adenauer-Ring gelegen, vorangetrieben. Der Komplex wurde in nur neun Monaten mit einem Investitionsvolumen von 19 Millionen Euro errichtet. "Der Bau hat keinen Cent mehr als geplant gekostet", beschreibt Fuchs stolz eines seiner Erfolgserlebnisse. In einem Zwei-Wochen-Rhythmus traf sich der Bauausschuss, um die Arbeiten zu steuern und zu überwachen. "Es hat sich gelohnt", sagt Fuchs heute.

Die Herausforderungen nehmen für Fuchs (noch) kein Ende. Auf dem Weg, den Schulbetrieb stabil in schwarzen Zahlen zu führen, müssen der Aufsichtsratsvorsitzende und seine Mitstreiter noch ein Stück gehen. Die hohe Qualität ist in Augen von Fuchs die beste Marketing-Botschaft der ISR – eine Qualität, die allerdings auch ihren Preis hat: durchschnittlich kostet ein Platz 1200 Euro monatlich; ein Platz im Kindergarten weniger, ein Platz in der Abschlussklasse mehr. Fuchs: "Wir benötigen diese Beiträge, um unsere hohes Niveau zu garantieren." Den Vorwurf, die ISR stehe nur Eliten offen, weist Direktorin Eileen Lyons zurück: "Wir selektieren nicht und machen keine Unterschiede. Auch durchschnittlich Begabte können wir erfolgreich fördern." Dieser Offenheit dienen auch Stipendien; die sind Jahr für Jahr Standard. Zum Zehnjährigen wurden drei zusätzliche gewährt. Stipendien finanziert auch der Verein "Internationaler Dialog Rhein-Kreis Neuss", dessen Vorsitzender Wilhelm Werhahn vor zehn Jahren zu den Initiatoren der ISR gehörte. Damals war der Unternehmer Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein.

Schulbetreiber ist die Sabis-Organisation, die die ISR in Neuss zu einem Mitglied eines weltweiten Schulnetzwerks mit knapp 70 Schulen in 15 Ländern macht – und im Sommer war Neuss dann plötzlich der Nabel der Sabis-Welt: 90 Koordinatoren, die im Schulalltag Sozialkompetenz vorleben, wurden in einem Camp am Stadtwald trainiert.

(NGZ)