IS-Unterstützter aus Neuss plante Anschlag auf Ramstein: Kevin T. wird in Düsseldorf angeklagt

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Kevin T. aus Neuss soll mit einem Komplizen einen Selbstmordanschlag auf einem Militärflugplatz geplant haben. Dafür muss er sich ab Ende Februar vor Gericht verantworten. Auch eine 17-Jährige ist angeklagt.

Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, wird dem heute 22-Jährigen unter anderem die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung - dem selbsternannten Islamischen Staat (IS) - und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährenden Straftat vorgeworfen. Die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft wurde zugelassen. Die Hauptverhandlung soll am Donnerstag, 22. Februar um 10 Uhr, in Saal 2 des Oberlandesgerichts Düsseldorf beginnen.

Gemeinsam mit Kevin T. ist auch die heute 17-jährige Amel E. angeklagt. Auch sie soll sich wegen der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung verantworten. Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft ihr Beihilfe zu einer schweren staatsgefährdenden Straftat vor. Sie soll den den geplanten Akt mitfinanziert haben.

Angeklagte sollen Sprengsatz in Neuss getestet haben

Laut Anklage soll Kevin T. im November und Dezember 2016 einen Selbstmordanschlag auf Soldaten in Deutschland, mutmaßlich auf der US-Militärflugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz, mitgeplant haben. Der Neusser soll dabei den 17-jährigen Lorenz K. aus Österreich bei dessen Planung unterstützt und ihm in seiner Wohnung Unterschlupf geboten haben. Die beiden jungen Männer sollen außerdem gemeinsam einen Sprengsatz gebastelt und in einem Park in Neuss testweise zur Explosion gebracht haben. Lorenz K. soll zudem einen Treueeid auf den IS geschworen haben. Der Österreicher war vor gut einem Jahr in Wien festgenommen worden und wird dort separat angeklagt. Kevin T. bestritt Verbindungen zum Islamischen Staat nach seiner Festnahme durch ein Spezialeinsatzkommando im Januar 2017.

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Auch Amal E. soll sich mit dem IS identifiziert haben. Laut Anklage soll sie Lorenz K. im Dezember 2016 nach islamischen Ritus geheiratet haben und fortan als dessen Ehefrau aufgetreten sein. Außerdem soll sie ihr Handy verkauft haben, um mit dem Geld Teile für den Bombenbau zu beschaffen.

Prozess könnte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden

Zu Verhandlungsbeginn Ende Februar soll geklärt werden, ob der Prozess aufgrund des jungen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird. Insgesamt sind 23 Termine angesetzt, am 11. Juni 2018 könnte ein Urteil fallen.

(cbo)
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