Neuss: Investor aus Meerbusch will Neusser ISR retten

Neuss : Investor aus Meerbusch will Neusser ISR retten

Unternehmer Peter Soliman will einen mehrstelligen Millionenbetrag investieren, um die Zukunft der Internationalen Schule zu sichern.

Die Eltern und die Geschäftsführung der Internationalen Schule am Rhein haben wieder Hoffnung auf eine positive Zukunft der ISR. Der Meerbuscher Unternehmer Peter Soliman hat angekündigt, einen mehrstelligen Millionenbetrag in die Sanierung der in Insolvenz geratenen Schule investieren zu wollen.

"Langfristig kann ich mir zudem vorstellen, das Schulgebäude zu kaufen, um der ISR zu helfen", sagte Soliman gestern bei einem Gespräch, zu dem der Zusammenschluss der Schuleltern, das "Parent Network", eingeladen hatte. Denn über die Eltern war der Kontakt zu dem Meerbuscher Soliman, der gebürtiger New Yorker ist, hergestellt worden. "Ich habe Freunde und Kollegen, deren Kinder die ISR besuchen", erzählte Soliman, der selbst vier Kinder hat. Die besuchen derzeit ebenfalls eine Privatschule — allerdings die St.-George's-School in Duisburg.

Foto: lber

Dennoch bewegt den Familienvater das Schicksal der Neusser Schule: "Ich möchte, dass sie weiterbesteht", sagte er. Noch handelt es sich um Absichtserklärungen, Verträge seien noch keine unterzeichnet worden — als nächstes stehen Verhandlungen mit dem Schulträger Sabis, dem Insolvenzverwalter sowie den Gesellschaftern der "Schule am Stadtwald GmbH", also Stadt, Kreis und IHK, an. Diese SAS ist die Eigentümerin des Schulneubaus, der Stadt gehört darüber hinaus das Grundstück, auf dem die Privatschule steht.

Elternvertreter Willem van Breukelen mit dem Meerbuscher Investor Peter Soliman, der die ISR retten möchte. Foto: Linda Hammer

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zeigte sich gestern positiv überrascht von den aktuellen Entwicklungen bei der ISR: "Die Ankündigung des Investors lässt hoffen", sagte er. Allerdings müssten zunächst konkrete Vorschläge vorgelegt werden. Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Herbert Napp. Es gehe nicht nur darum, die Bonität des Investors zu prüfen, sondern auch um ein schlüssigen Konzept. "Was man verspricht, muss man auch halten können", sagte Napp.

Peter Soliman, der seit 1989 in Deutschland lebt und 2005 das Unternehmen "Fleet Logistics" auf Wachstum trimmte, bevor er es 2012 an den TÜV Süd verkaufte, muss sich nun zunächst in die Zahlen der Privatschule einarbeiten. Etwas "Luft" verschafft ihm die Zusage des Schulträgers Sabis, eine Million Euro in die Schule zu investieren, um den Schulbetrieb bis zum Sommer zu sichern. "Außerdem haben sich alle Eltern bereit erklärt, für jedes Kind einmalig 1800 Euro als Zusatzbeitrag zu zahlen", erläuterte ISR-Geschäftsführer Thomas Uhling, der gestern gemeinsam mit den Eltern noch einmal darauf verwies, dass die Privatschule im Vergleich mit anderen Sabis-Schulen exzellente Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen erzielt.

Peter Soliman betonte ebenfalls, die Schule offeriere ein Angebot, das in der Region einzigartig sei — er sehe durchaus weitere Wachstumschancen für die Privatschule. Genau an diesem Punkt hatte es zuletzt gehapert: Da die ISR zu viele Abgänge verzeichnet hatte, konnte sie ihre Wachstumsziele nicht erreichen — und geriet darüber in eine finanzielle Schieflage, die zur Insolvenz führte. Im ersten Anlauf hatte die ISR-Geschäftsführung bei Stadt, Kreis und IHK, den Gesellschaftern der "Schule am Stadtwald GmbH", über die sie ihre Mietzahlungen abwickelt, um Stundung gebeten. Dem hatten vor allem Stadt und Kreis nicht folgen wollen — nun tut sich mit dem Geld von Peter Soliman eine neue Chance auf.

(NGZ)
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