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Infrastruktur Neuss: Letzter Abschnitt für Dauerbaustelle Mühlenstraße

Infrastruktur Neuss : Letzte Phase für Baustelle Mühlenstraße

Die Politik diskutiert Bauvorhaben an der Erft- und Rheinfährstraße sowie der Jülicher Landstraße. Für jedes dieser Projekte fand bereits ein Planungsgespräch mit Anwohnern und anderen Interessierten statt.

Die Mühlenstraße ist seit Februar 2020 eine Baustelle und sollte, glaubte man dem Baustellenradar von Infrastruktur Neuss, im Oktober fertig sein. Jetzt wurde der Termin auf März 2022 korrigiert, denn am Mittwoch, 15. September, kann erst mit dem letzten Bauabschnitt begonnen werden. Hauptdarsteller: die Dampfwalze. Denn in fünf Abschnitten werden jetzt Fahrbahn und Nebenanlagen als gemischte Verkehrsfläche wiederhergestellt.

Solche Baustellen interessieren die Politik schon nicht mehr. Sie werden nur noch abgearbeitet. Im Unterausschuss Mobilität am Mittwochabend richteten die Politiker daher schon den Blick auf kommende Baustellen: Erftstraße, die Rheinfährstraße in Uedesheim und nicht zuletzt die Jülicher Landstraße. Das Baustellenradar nennt noch keine Details zu diesen Projekten, doch die Anwohner wissen schon, was auf sie zukommt. Denn am 12. Mai, 1. Juli beziehungsweise 26. August fand für jedes dieser Projekte ein Planungsgespräch mit Anwohnern und anderen Interessierten statt.

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Die Unterlagen sind – zum Teil mit möglichen Varianten – noch auf der Internetseite der Stadt einsehbar, die dazu einlädt, mit nur einem weiteren Klick ein Feedback in Form einer schriftlich per Mail formulierten Anmerkung zu geben. Es gehe schließlich darum, so die Stadt, ein möglichst genaues Stimmungsbild einzufangen. „Auch Neuss kann also digitale Bürgerbeteiligung“, kommentierte Sascha Karbowiak (SPD) als Vorsitzender zufrieden.

Wie sehr die Planung zum Teil noch im Fluss ist, machte Roland Kehl (Grüne) mit seiner Nachfrage zur Jülicher Landstraße klar. Der im Gespräch vorgetragene Wunsch nach durchgehenden Radwegen ist zwar noch nicht „aktenkundig“ und fixiert, wird aber übernommen, sagte Planungsamtsleiter Christian Unbehaun zu. Das Ergebnis wird den Planungsausschuss in seiner November-Sitzung beschäftigen.

Dringlicher aus Sicht von Infrastruktur Neuss sind nach Unbehauns Darstellung die Kanalbaumaßnahme an der Erftraße und die Erneuerung der Gas- und Wasserleitungen unter der Rheinfährstraße. Beide beschäftigen am Dienstag, 14. September, ab 17 Uhr den Ausschuss für Planung, Mobilität und Stadtentwicklung. Und eben weil es ISN dringlich macht, wurde im Fall Erftstraße die Umgestaltung des Knotenpunktes „Platz am Niedertor“ ausgeklammert. Vom Ausschuss möchte die Verwaltung zunächst nur das Okay dafür, die Pläne für diese große Kreuzung weiter in Richtung Gemeinschaftsplatz entwickeln zu dürfen. Dahinter steckt der Gedanke eines „Shared space“, also einer Fläche, auf der sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt begegnen. Gleiches soll ja in einem Verkehrsversuch auch am Hessentor erprobt werden.

Perspektivisch, hob Unbehaun im Unterausschuss hervor, soll auch die Erftstraße am westlichen Rand des mittelalterlichen Neuss zu einer Fahrradstraße werden und an die Radstraße Drususallee-Sebastianusstraße beziehungsweise Michaelstraße anknüpfen. Vorteil aus Sicht der Fußgänger: Keine Radfahrer mehr auf dem Wierstraetweg.