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Neuss: Industrie zahlt in Neuss die meisten Steuern

Neuss : Industrie zahlt in Neuss die meisten Steuern

Es ist die wichtigste Einnahmequelle der Stadt: Die Gewerbesteuer. Jetzt hat Kämmerer Frank Gensler eine Aufschlüsselung der Einnahmen vorgelegt. Die Datenanalyse zeigt, von welchen Branchen die Stadt steuerlich gesehen am meisten profitiert.

"Den mit Abstand größten Posten macht das verarbeitende Gewerbe aus", sagt Gensler. Über 31 Millionen Euro flossen 2012 aus den Industriebetrieben in die Stadtkasse. Zusammengefasst hat die Stadt die beiden Branchen Handel sowie "Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen" — gemeinsam erwirtschaften diese Branchen rund 36 Millionen Euro jährlich. Dritter großer Posten sind schließlich die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, die mit rund 23 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Insgesamt liegen die Einnahmen bei rund 150 Millionen Euro — "eine Zielmarke, die wir uns auch für 2013 gesteckt haben", sagt Gensler. Ob die jedoch erreicht werden kann, bleibt angesichts der weiter stockenden Konjunktur fraglich — in den ersten drei Monaten das Jahres, so wurde es zuletzt im Finanzausschuss klar, liegen die Einnahmen etwas unter den Planvorstellungen.

"Um so wichtiger ist es, die Verteilung der Gewerbesteuer im Blick zu halten", sagt der grüne Ratsherr Burkhard Hinzen. Er hatte für seine Fraktion den Antrag gestellt, die Einnahmen aufzuschlüsseln. Der Politiker — im Hauptberuf Steuerberater — hatte die Aufschlüsselung der Steuereinnahmen angeregt, die Daten als Hilfsmittel für wirtschaftspolitische Entscheidungen nutzen zu können. "Etwa um zu sehen, welche Branchen boomen und wo wir Nachholbedarf haben", sagt Hinzen. Auch sei es interessant zu sehen, welche Branchen die meisten Einnahmen bringen. So kommen etwa aus der Logistikbranche, die in den vergangenen Jahren stark gefördert worden ist, Steuereinnahmen in Höhe von "nur" acht Millionen Euro — "und das angesichts eines sehr großen Flächenbedarfs", sagt Hinzen, der die Analyse der Daten künftig mindestens einmal im Jahr von der Stadt fortschreiben lassen will, um steuerliche Tendenzen frühzeitig erkennen zu können.

Gewünscht hätte sich der grüne Ratsherr eine noch detailliertere Auflistung — doch diesem Ansinnen steht das Steuergeheimnis entgegen. "Wir müssen verhindern, dass einzelne Firmen identifiziert werden können", sagt Kämmerer Gensler. Daher seien die Branchen weiter gefasst, als von der Politik gewünscht. Burkhard Hinzen ist dennoch zufrieden: "Mit den Daten können wir wirtschaftliche Entwicklungen besser verstehen", sagt der Politiker.

(NGZ/ac)