Kolping-Bildungswerk feiert 25-jähriges Bestehen: Individuelle Pläne zur Förderung Jugendlicher

Kolping-Bildungswerk feiert 25-jähriges Bestehen: Individuelle Pläne zur Förderung Jugendlicher

Neuss. Das Kolping-Bildungswerk fühlt sich traditionsgemäß den Jugendlichen besonders verpflichtet, denen der Einstieg in die Berufswelt aus unterschiedlichen Gründen erschwert ist. Schulmüde Jugendliche auf ein lebenslanges, berufsbegleitendes Lernen einzustimmen, ist Aufgabe der Jugendberufshilfe.

Neuss. Das Kolping-Bildungswerk fühlt sich traditionsgemäß den Jugendlichen besonders verpflichtet, denen der Einstieg in die Berufswelt aus unterschiedlichen Gründen erschwert ist. Schulmüde Jugendliche auf ein lebenslanges, berufsbegleitendes Lernen einzustimmen, ist Aufgabe der Jugendberufshilfe.

Ziel ist es also, Jugendlichen, die wegen schulischer Defizite und sozialer Schwierigkeit für eine Ausbildung nicht in Betracht kommen, beim Erwerb einer beruflichen Erstqualifikation zu helfen und sie auf Berufs- und Erwachsenenleben vorzubereiten. Dabei soll nicht nur der Mangel an Ausbildungsplätzen ausgeglichen, sondern individuelle Förderpläne für Jugendliche entwickelt werden, die sonst kaum oder keine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben.

Diese Aufgabe wurde 1975 mit der Einweihung des neu erbauten Kolpinghauses am Burggraben von einem kleinen Team und für 48 Jugendliche begonnen. Was sich bis Anfang der 80er Jahre noch als "Warteschleife" für die Jugendlichen der damals geburtenstarken Jahrgänge darstellte, entwickelte sich mehr und mehr zum zentralen Thema der Jugendpolitik. So wurde auch im zurückliegenden Landtagswahlkampf die Ausbildung und die Jugendarbeitslosigkeit vorrangig angesprochen.

Qualifizierung hieß also die Zauberformel der Arbeitsverwaltung, die das Maßnahmenspektrum kontinuierlich erweiterte und die Mittel zur Ausgestaltung bereitstellte. Das Kolping-Bildungswerk hat mit Engagement und Phantasie das umgesetzt, was zum Nutzen der arbeitslosen Jugendlichen machbar war. Heute gehört eine solide handwerkliche Grundbildung in den Fachbereichen Gartenbau, Landschaftsbau, Holztechnik, Metalltechnik, Ernährung und Hauswirtschaft, Textilgestaltung und Sozialpflege, ergänzt durch fachtheoretischen - und allgemeinbildenden Unterricht sowie eine individuelle pädagogische Betreuung, zum Grundpfeiler des Angebotes.

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Dafür stehen modern ausgestattete Werkstätten und Unterrichtsräume zur Verfügung. Besonderer Wert wurde auf Zusatzqualifikationen gelegt. Ein Kursus zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses, das Erlangen des Gabelstapler-Führerscheines, eine informationstechnische Grundausbildung mit der Ausgabe eines PC-Führerscheins und ein Bewerbungstraining ergänzen den Stundenplan. Zur Motivation der Jugendlichen wurden besondere Projekte entwickelt.

Begehrt ist das Ticket für ein Auslandspraktikum, das die Jugendlichen in Partnereinrichtungen nach Ungarn, Italien, Spanien, Frankreich, England und Irland führt. Seit 1992 wird diese Aktion unter dem Namen Leonardo da Vinci von der EU-Kommission in Brüssel gefördert. Im Berufsförderungszentrum werden seit Jahren Solarkocher gebaut. "Kochen mit Sonnenenergie" heißt dieses Projekt für Umweltschutz und Entwicklungshilfe. Höhepunkt war die Beteiligung an eine Wirtschaftsdelegation in den Senegal im Jahr 1997. Auch die bekannten und beliebten Weihnachtsbasare sind als Projekttage für die Jugendlichen angelegt.

Angesichts wachsender Teilnehmerzahlen standen beim Kolping-Bildungswerk die Themen Ausbau, Umbau und Umzüge mit auf der Tagesordnung. So wurde 1995 das ehemalige Kinderheim St..Anna, an der Rheydter Straße und 1999 das Gebäude Further Straße 175, in ein Berufsförderungszentrum umgebaut. Das Maßnahmenspektrum erstreckt sich vom Berufsförderungslehrgang, einem anerkannten zehnten Pflichtschuljahr, über berufsvorbereitende Jahreslehrgänge und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bis zur regulären Berufsausbildung als Fachkraft im Gastgewerbe, Teilezurichter und Gartenfachwerker.

In den zurückliegenden 25 Jahren nahmen über 1.800 Jugendliche an den Lehrgängen teil. 87.Prozent wurden im Anschluss an die Berufsvorbereitung vermittelt. Dieser Erfolg wurde mitgetragen von einem Netzwerk der tätigen Hilfsbereitschaft, die dem Kolping-Bildungswerk von offizieller Seite und von privaten Sponsoren zuteil wurde.

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