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Neuss: In Neuss wird Bauland teurer

Neuss : In Neuss wird Bauland teurer

Rekordverdächtig: 2011 wurde so viel Baufläche verkauft wie seit zehn Jahren nicht mehr. Dabei ziehen die Preise spürbar an: 450 Euro sind erreicht. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte legt seinen Bericht vor.

Wer in Neuss ein Ein- oder Zweifamilienhaus errichten will, der muss für sein Grundstück durchschnittlich 315 Euro pro Quadratmeter zahlen — Tendenz steigend. Das geht aus der aktuellen Bodenrichtwertkarte hervor, die der Gutachterausschuss jetzt vorlegte. "Das Geschäft, gerade auch mit unbebauten Grundstücken, hat stark angezogen", sagt Peter Rath (45), Vorsitzender des Ausschusses.

Die Bauland-Umsätze in Neuss verdoppelten sich 2011 stadtweit im Vergleich zum Vorjahr auf 24,5 Millionen Euro. Insgesamt wechselten 83 700 Quadratmeter Bauland den Besitzer — das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Daten und Fakten leitet Willy Helfenstein (53), Geschäftsführer des Gutachterausschusses, aus den notariellen Kaufverträgen ab: Diese Kauffälle nahmen 2011 um zehn Prozent auf 1484 Verträge zu; die Umsätze legten um 8,5 Prozent auf ein Gesamtvolumen von nunmehr 321 Millionen Euro zu.

Die Preise für einen Quadratmeter Bauland oder Gewerbefläche zogen im Stadtgebiet um "rund zehn Euro" an. Bei Grundstücken für Bauland reicht die Preisspanne von 210 bis 450 Euro pro Quadratmeter. Auffallend: In den südlichen Stadtteilen stagnieren zuletzt die Grundstückspreise. In den so genannten Außenbezirken, dazu gehören auch die jungen Baugebiete A und B in Allerheiligen, liegen die Richtwerte mit 260 Euro unter dem städtischen Schnitt. Ebenso im "Dreieck an der Erft", in Speck, Wehl und Helpenstein, wo die Preise bei 210 Euro einsetzen und bei 260 Euro enden.

Zu den gefragten Neusser Toplagen zählen die rheinnahen Grundstücke in Uedesheim (390) und Grimlinghausen (370), die noch einmal teurer wurden. In dieser Größenordnung bewegen sich auch der Linneplatz in Reuschenberg (390), Selikum und der Bereich an der Erftmündung (jeweils 370). Spitzenpreise müssen im Stadionviertel (Marianum-Areal 440 Euro) und im Dreikönigenviertel (Stadtgartennähe 450 Euro) gezahlt werden. Auch im Neusser Norden kann Bauland teuer sein. Das belegen der Jostenbusch (390) und die Bolssiedlung (360).

Auch das Geschäft mit schlüsselfertig errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern stieg stark an. Der Preis lag im Mittel bei 290 000 Euro. Umsatzschwerpunkte bildeten das Neubaugebiet Allerheiligen, die Fährstraße in Grimlinghausen und der Bereich Frankenstraße/Berliner Platz. Der mittlere Kaufpreis für eine gebrauchte Eigentumswohnung lag 2011 in Neuss bei rund 1290 Euro pro Quadratmeter. Die Toplage unter den Geschäftsadressen bleiben die Niederstraße und der Büchel in der City.

(NGZ/jco)