Neuss: In Neuss steigen die Mieten

Neuss: In Neuss steigen die Mieten

Platz fünf landesweit: Nur in Köln, Düsseldorf, Bonn und Münster ist das Wohnen noch teurer als in Stadt und Rhein-Kreis Neuss. Das geht aus dem Wohnungsmarktreport NRW der Landesentwicklungsgesellschaft hervor.

Eine Wohnung kostet hierzulande 6,77 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter und Monat. Damit gehören Stadt und Rhein-Kreis Neuss zu den landesweit teuersten Wohnstandorten. Platz fünf für den Rhein-Kreis bedeutet, nur in Köln, Düsseldorf, Bonn und Münster müssen die Mieter für ihre Wohnung noch mehr bezahlen. Das geht aus dem jüngsten Wohnungsmarktreport hervor, den die Landesentwicklungsanstalt (LEG) jetzt flächendeckend für das Land Nordrhein-Westfalen vorlegte.

Alexander Busch (44) sieht seine Einschätzung des Neusser Wohnungsmarkts bestätigt. Die Mieten für den Erstbezug von Neubauten in guten Lagen seien gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Prozentpunkte angestiegen. Der Sprecher der Neusser Immobilienbörse (NIB) beobachtet wie seine Kollegen, dass die Mieten in Neuss nach einer Phase der Stagnation seit knapp zwei Jahren wieder steigen. In einer Toplage sei jetzt ein Spitzenwert von 10,50 Euro je Quadratmeter erzielt worden. "Eine Ausnahme", relativiert Busch, "für beste Qualität und Lage sind 9 bis 9,50 Euro marktgerecht." Für Wohnungen im ehemaligen Collegium Marianum, die in wenigen Wochen in die Vermarktung gehen, kündigt Licon-Sprecher Markus Heinker Kaltmieten "ab 9,50 Euro" an.

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Die "guten Lagen" für Mietwohnungen gehören zur Innenstadt oder sind zumindest innenstadtnah: das Gründerzeitviertel mit der Drususallee im Zentrum, alle Straßen entlang des Stadtgartens, Dreikönigenviertel aber auch Stadion- und Krankenhausviertel. In Neuss fehle, so Busch, ein größeres Kontingent guter Wohnungen: "Das geht letztlich auf den Preis." Im Klartext: Die Mieten steigen. Und dennoch: Was in Neuss als teuer empfunden wird, gilt aus Düsseldorfer Sicht oft als preiswert. Das Preisgefälle zwischen der Landeshauptstadt und ihren linksrheinischen Nachbarn beziffert der Fachmann auf "20 bis 30 Prozent". Allerdings könne im Einzelfall in Neuss Topqualität im Vergleich zu Oberkassel oftmals 40 Prozent günstiger angeboten werden.

In Stadt und Rhein-Kreis Neuss müssen die Mieter nur 18 Prozent ihres Haushaltseinkommens zur Finanzierung ihrer Wohnung aufbringen. Diese Wohnkostenquote liegt deutlich unter dem Index der vier teuersten Städte. Den Grund nennt auch der LEG-Wohnungsmarktreport: Anders als in Köln, Düsseldorf, Bonn und Münster werde im Rhein-Kreis erheblich mehr verdient: Mit einer durchschnittlichen Haushaltskaufkraft von 4011 Euro liege er auf Platz zwei unter den wohlhabendsten Gebieten Nordrhein-Westfalens. Kreisweit wohnen die Mieter auf durchschnittlich 74 Quadratmetern.

(NGZ)