1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

In Neuss sollen die Beigeordneten Frank Gensler und Christoph Hölters wiedergewählt werden

Verwaltungsvorstand der Stadt Neuss : Gensler und Hölters vor der Wiederwahl

Bürgermeister und sechs Beigeordnete mit achtjähriger Amtszeit leiten die Stadtverwaltung. Rathaus-Chef Breuer hat jetzt zwei Beigeordnete, Kämmerer Gensler und den Baudezernenten Hölters, zur Wiederwahl vorgeschlagen.

So viel Gemeinsamkeit in Personalfragen ist in der Politik selten: Wenn der Stadtrat am Freitag (8.) über die Wahl von zwei Beigeordneten entscheidet, dann dürfen Frank Gensler (57) und Christoph Hölters (53) entspannt sein. Der Kämmerer und der Technische Beigeordnete für Planung, Bau und Verkehr stehen vor der Wiederwahl. Die vier größten Fraktionen – CDU, SPD, FDP sowie Bündnis 90 / Die Grünen – signalisieren Zustimmung. Für CDU-Mann Gensler wäre es die dritte, für den parteilosen Hölters die zweite Amtszeit.

Bürgermeister Reiner Breuer hat das Beigeordneten-Duo zur Wiederwahl vorgeschlagen. Er betont, mit beiden gut zusammen zu arbeiten und wünscht sich eine Fortsetzung. Beide sind bis Mitte des Jahres gewählt; eine Wiederwahl ist aber schon ein halbes Jahr vor der Frist möglich. Die Amtszeit für Wahlbeamte beträgt acht Jahre. Gensler soll zugleich als Erster Beigeordneter und somit als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters bestätigt werden. Eine Position, die er bereits seit zehn Jahren inne hat.

Die Wiederwahl wäre für beide Beigeordnete mit einer Gehaltsaufbesserung verbunden. Gensler (B6) und Hölters (B5) sollen eine Besoldungsgruppe höher eingestuft werden. Die Mehrkosten für die Stadt belaufen sich in beiden Fällen auf gut 6000 Euro. Ein Beigeordneter ist verpflichtet, eine erste und zweite Wiederwahl anzunehmen, wenn er spätestens drei Monate vor Ablauf der Amtszeit wiedergewählt wird. Diese Regelung ist mit Blick auf die Altersbezüge bedeutend.

Aus Marl kam 2003 Frank Gensler nach Neuss. Seither ist der Mann der Stadtfinanzen zu einer festen Größe im Rathaus aufgestiegen, der kompetent und unaufgeregt seine Aufgaben erfüllt, gut ohne öffentliche Schlagzeilen leben kann. Er kann knorrig sein, ist im Umgang freundlich und humorvoll. Helga Koenemann, die Vorsitzende der CDU-Fraktion, ist „froh, dass Frank Gensler aus Überzeugung weiterhin dabei sein“ will. Sie schätze seine Sachkenntnis und seine Ausgewogenheit im Urteil. Gerade auch mit Blick auf die städtischen Beteiligungen und in der aktuellen Diskussion um die Krankenhausfusion sei sein Rat wertvoll: „Frank Gensler genießt unser volles Vertrauen.“

Wie Gensler, so darf auch Christoph Hölters auf eine breite Ratsmehrheit hoffen. Er wird ebenso von der CDU getragen wie von der SPD. Deren Vorsitzender im Rat, Arno Jansen, hält die Wiederwahl für eine „Formsache“ und erwartet ein „reibungsloses“ Verfahren. Hölters möchte seine Arbeit im Rathaus gern fortsetzen. Zu den Zukunftsaufgaben zählt er, die Stadt Neuss näher an den Rhein zu bringen und die Fragen der Mobilität modern und innovativ zu beantworten. Der Beigeordnete stammt aus Krefeld, wo er auch bis heute mit seiner Familie wohnt. Vor seiner Wahl 2011 in den Neusser Verwaltungsvorstand stand er in Diensten der Stadt Duisburg. Dennoch war es für ihn eine berufliche Rückkehr, denn er war zuvor schon im Neusser Rathaus beschäftigt.

Auch die FDP ist „grundsätzlich“ für eine Wiederwahl von Christoph Hölters, so Fraktionschef Manfred Bodewig. Die FDP hatte 2011, damals als Koalitionspartner gemeinsam mit der CDU, Hölters vorgeschlagen. Mit der Arbeit des Kämmerers Gensler sei die FDP „sehr zufrieden“. Auch Michael Klinkicht von den Grünen lobt „gute Arbeit“ der beiden Beigeordneten und kündigt Wiederwahl an.