Neuss: In Neuss Ski fahren lernen wie in den Alpen

Neuss : In Neuss Ski fahren lernen wie in den Alpen

Familie Kruppke-Hernandez aus Grevenbroich ging in der Skihalle Neuss mit dem Wintersport auf Tuchfühlung.

Das Thermometer misst exakt minus drei Grad, Schneedunst liegt in der kühlen Luft, Stimmen und Rufe der Skifahrer und Snowboarder hallen über die Piste. Am Rande klackert rhythmisch die Mechanik der beiden Lifte, die die Wintersportler auf den 300 Meter entfernten "Gipfel" des Neusser Gletschers befördert. Mittendrin eine mutige Familie, die sich in der künstlichen Ski-Idylle auf ihren bevorstehenden Skiurlaub im österreichischen Saalbach vorbereiten will. Für die im Skimagazin gewonnene Reise sammelt sie gerade erste Erfahrungen auf der Piste und lernt, wie man standhaft, sportlich und sicher über den pulvrigen Schnee kurvt.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Ausgerüstet mit Thermo-Unterwäsche, Skihose, dickem Pullover, Winterjacke, Handschuhen, Helm und Sonnenbrille wollen sich Eduarda , ihr Mann Detlef und die beiden Töchter Jennifer und Chenoa Kruppke-Hernandez für den Urlaub im Salzburger Land in Topform bringen. "Wir standen noch nie auf Skiern", sagen sie gespannt und in voller Vorfreude auf den Kursus. Mit Skilehrer Alexander Zinsius trauen sie sich als Anfänger auf die Piste und üben eifrig erste Bewegungen, das Bremsen und das Fahren von Kurven. "Sie schlagen sich als Anfänger wacker", sagt Zinsius, der seit über acht Jahren Skisportlern in spe zeigt, wie es richtig geht.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

"Der Respekt vor der Piste ist noch groß", sagt Familienvater Detlef, "doch wir sind sehr zuversichtlich, die wichtigsten Schritte noch während unseres zweitägigen Kursus zu erlernen", sagt der 43-Jährige. Auch mit Skistöcken, die das Gleichgewicht auf der Piste fördern und für den nötigen Schwung sorgen, will jeder Schritt gut geübt sein: "Man muss fürs Fahren erstmal ein Gefühl bekommen", sagt seine Frau Eduarda, die in diesen Tagen auch zum aller ersten Mal Ski fährt und sich an das Fahren erst noch gewöhnen muss. "Das ist oft so, dass gerade Frauen etwas vorsichtiger, aber technisch wesentlich korrekter fahren", sagt Skilehrer Zinsius, "aber das wird sich mit der Zeit sicherlich lösen."

Doch schon schnell fühlt sich auch Eduarda immer sicherer und will genauso wie ihr Mann und die Töchter immer mehr ausprobieren und sich langsam an ihre persönlichen Belastungsgrenzen tasten. Mit dem Teller-Schlepplift hochgefahren, sollen sie um eine Vielzahl von Hütchen Slalom fahren und am Ende der Piste sanft abbremsen. Das will bei einem Gefälle von bis zu 28 Prozent gelernt sein – eine Herausforderung für die Anfänger. Doch Jennifer (12) und Chenoa (8) wissen jetzt schon genau, worauf es ankommt: "Wenn wir bremsen wollen, müssen wir die Skier vorne leicht in die Mitte führen, so dass wir den Schnee leicht links und rechts zur Seite schieben und schnell an Geschwindigkeit verlieren", sagen sie. Wichtig bei dieser Übung sei es außerdem, zu versuchen, in der Spur zu bleiben und nicht darüber hinweg auszubrechen, wie die beiden erzählen. "Kontrolle und Beherrschung der Skier ist das A und O", sagt auch Skilehrer Zinsius. Und Step-by-Step funktioniert es mit der Zeit immer besser: "Die Familie macht große Fortschritte", sagt der 31-Jährige stolz. Er erklärt, dass speziell diese Übung den Belastungswechsel vom rechten auf das linke Bein – oder umgekehrt, je nach Verlauf der Kurve – trainiert. Denn dabei müsse man das Körpergewicht gezielt auf bestimmte Seiten verlagern, erläutert der Skilehrer.

Begeistert vom sportlichen Fahren und dem Schnee zeigen sich auch die vier Anfänger sehr zufrieden: "Das Fahren macht uns großen Spaß", sagen alle vier glücklich. "Damit wir aber kurz vor Weihnachten wirklich fit für den Skiurlaub sind, werden wir auch nach dem offiziellen Skikursus noch weiterfahren und unsere Zeit komplett ausnutzen", sagt Vater Detlef. Große Freude bereitet den beiden Familien-Jüngsten auch die Geländenachstellung, eine Rampe, bei der die beiden schon einiges an Geschicklichkeit aufbringen müssen, um sie zu überfahren.

"Ich glaube, dass die Familie beim Skifahren in Saalbach Spaß haben wird", sagt der Skilehrer, der aus Erfahrung spricht und ganz genau weiß, wen er mit gutem Gewissen auf die Piste entlassen darf.

(NGZ)
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