Neuss: In Erfttal marschieren Frauen mit

Neuss : In Erfttal marschieren Frauen mit

Mit vielen Gästen feiert Erfttal sein Schützenfest zum runden Geburtstag.

Es ist das jüngste Regiment in Neuss und wahrscheinlich das modernste: Vor 40 Jahren wurde der Schützenverein in Erfttal gegründet. Seitdem dürfen dort auch Frauen mitmarschieren. Den Gottesdienst zur Schützenfesteröffnung hält unter anderem mit Sebastian Appelfeller ein evangelischer Pfarrer.

In Erfttal ist man stolz auf sein Anders-Sein, auch wenn oder gerade weil man anfangs "belächelt oder verhöhnt" worden sei, wie es in der Geburtstags-Festschrift heißt. Vor wenigen Jahren dachte man gar darüber nach, der eigenen Tradition ein Ende zu setzen. Doch Schützenpräsident Günter Ludwigs und Oberst Ferdinand Fischer sorgten dafür, dass der Verein heute wieder festen Boden unter den Füße hat: "Wir haben Zulauf." Nach Jahren des Bangens geht es also pünktlich zum Geburtstag aufwärts mit dem Verein.

Zur Parade kamen gestern neben den 260 eigenen Schützen auch rund 100 Gäste. Besonders freute man sich über prominenten Besuch: Die stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Staps (SPD) und der Neusser Landtagsabgeordnete Reiner Breuer (SPD) nahmen zusammen mit König Burkhard I. Ludwigs die Parade ab. Bereits am Samstag war er gekrönt worden. "DJ Helmut" Lippinski hatte für Partystimmung im Zelt gesorgt. Neben Ludwigs wurde auch Jungschützenkönigin Janine I. Klink gekrönt. Sie stammt aus einer Erfttaler Schützenfamilie, schon vier ihrer Geschwister waren Jungschützenkönig. Mutter Manuela Klink ist Gründungsmitglied des Vereins. "Ein Schützenfest ohne Frauen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen", sagt sie. Klink hofft, dass sich bald mehr Schützenvereine für Frauen öffnen: "Überall dürfen Frauen mitmarschieren, nur in Neuss nicht."

(JaHu)
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