Neuss: In der Mensa wird häufig frisch aufgetischt

Neuss: In der Mensa wird häufig frisch aufgetischt

Morgen ist Tag der gesunden Ernährung. Die NGZ hat nachgefragt, was in Neusser Schulen und Kindergärten mittags serviert wird.

"Gesundes Essen heißt für uns: frisch Gekochtes, wenig Süßes, viel Salat und Gemüse", sagt Jutta Schmidt-Göbert, die die Verpflegung am Gymnasium Norf koordiniert. "Von den Jüngeren wird der warme, gesunde Mittagstisch angenommen, die älteren kaufen sich lieber ein Sandwich." Auch an der Burgunderschule lautet seit einem halben Jahr das Motto "Alles frisch".

Seitdem hat die OGS dieser Grundschule auf der Furth einen neuen evangelischen Träger – und einen neuen Mittagstisch: Statt Tiefkühlkost, die im Konvektomaten, also einem Heißluftofen, erhitzt wird, serviert die Offene Ganztagsschule jetzt Frisches von Caterer Michael Eberhardt aus Gnadental. "Wir achten auf kindgerechte Kost, ohne Dosen und Tütenzutaten", erklärt Dagmar Roloff, pädagogische Leiterin der OGS. "Die Schüler sind von dem neuen Essen begeistert", sagt sie. Man merke, dass ihnen "ein frischer Auflauf mit Brokkoli und Vollkornnudeln gut schmeckt".

Nicht allerorts dominieren Gemüse und Vollkorn den Speiseplan. "Ich koche zugegebener Maßen viel Fleisch, weil die Kinder eben gerne Hackfleisch oder Frikadellen essen", berichtet Köchin Manuela Jaskolske, die in der Kita St. Thomas Morus in Vogelsang täglich rund 60 Essen für Drei- bis Sechsjährige kocht. Die Frikadellen macht sie selbst, genau wie die Bolognese und die Quarkspeise. "Ich kaufe ein – beim Bauern oder auch im Supermarkt – und weiß so genau, was auf den Tisch kommt", erklärt sie. Seit fast 20 Jahren kocht Jaskolske in der Kita. "Vorher haben wir Salate oder Hackfleischsoße selbst gemacht, alles andere aber im Konvektomaten erhitzt", berichtet Leiterin Christa Lückgen. Den Unterschied hätten alle schnell schätzen gelernt. "Die Kinder haben ganz anderen Appetit", sagt sie. Allerdings: Einige Gemüsesorten wie Wirsing kennen die Kinder gar nicht, weil sie zu Hause nie auf den Tisch kommen. Deshalb geht es manchmal zum Bauern, und die Kinder dürfen mitkochen.

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Auch in der Burgunderschule gilt ein Mitbestimmungsrecht der 110 OGS-Schüler: Aus drei Gerichten können sie ein Menü auswählen. Die jüngsten Lebensmittelskandale haben keine Auswirkungen auf denSpeiseplan. "Tortellini mit Fleischfüllung gibt es bei uns nicht, Fertiggerichte sind ohnehin tabu, und der Eintopf schmeckt auch ohne Wurst", sagt Dagmar Roloff.

Anders in der Janusz-Korczak-Gesamtschule: "Unser Pizzatag ist momentan gestrichen, weil wir nicht wissen, ob Pferdefleisch in den Tiefkühlpizzas enthalten ist", sagt Karin Willems, didaktische Leiterin der Schule. Die OGS bekommt das Essen teilweise tiefgekühlt; zusätzlich bereiten die Mütter des Ganztagsvereins, der unter anderem für die Verköstigung der Schüler zuständig ist, Kartoffeln vom Bauern oder Salate vor Ort zu. "Wir achten auf Gemüse und fettarme Speisen, bieten Salat- und Nudelbar an und versuchen, die Schüler an frische Kost heranzuführen, die sie teilweise von zu Hause nicht kennen", erklärt Willems. "Gerade die Älteren sind sehr auf Fertigprodukte konditioniert."

(NGZ)
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