Neuss: In der Haut des Lieblingshelden

Neuss: In der Haut des Lieblingshelden

Leah Günthers größte Leidenschaft ist das Schminken und Kostümieren. Seit 2012 näht sie ihre eigenen Kostüme, in denen sie zu verschiedenen Veranstaltungen geht. Das sogenannte Cosplaying ist ihr außergewöhnliches Hobby.

Leah Günther fällt gerne auf. Am liebsten schafft die 21-jährige Neusserin dies durch Schminke und ein ausgefallenes Kostüm. Sie experimentiert mit Farben und Produkten, versucht gerne Neues und schlüpft so in die Rolle einer ihrer Helden.

Auf Youtube zeigt Leah ihre Verwandlung in Soraka aus League of Legends. Foto: Loony Leah

Schon seit vielen Jahren ist das Nähen eine ihrer größten Leidenschaften. Nachdem Leahs Mutter ihr 2011 auf einer kleinen Nähmaschine die ersten Schritte gezeigt hatte, begann sie, viel mit Hand zu sticken, schaute sich Youtube-Videos dazu an und schaffte mit der Zeit immer größere selbst designte Kleidungsstücke. Auf das sogenannte Cosplaying, bei dem man sich wie sein Lieblingscharakter aus Comics, Mangas oder Videospielen verkleidet, kam Leah dann 2012. Eine Freundin habe sie damals auf die Idee gebracht, Kostüme ihrer Lieblingsfiguren zu nähen. Sie erzählte ihr vom Japan-Tag, der einmal im Jahr in Düsseldorf stattfindet. Dort kommen Manga- und Comic-Fans zusammen, um in Gestalt ihrer Helden die japanische Kultur zu feiern. Leah nähte für sich und zwei Freundinnen ein Sailor-Moon-Kostüm und das positive Feedback ermutigte sie, immer mehr zu kreieren. Mittlerweile geht sie auf verschiedene Conventions in ganz Deutschland, um dort ihre Kostüme zu präsentieren und auch an Wettbewerben teilzunehmen. Für die 21-Jährige zählt über das Kostümieren hinaus aber vor allem der Kontakt zu anderen Menschen. "Im Kostüm kann ich viel einfacher auf Leute zugehen, und andersherum kommen auch auf einen selbst viele zu. Es ist schön, sich auszutauschen und über das gemeinsame Hobby jemanden kennenzulernen."

Als Gozer aus Ghostbusters verkleidete sie sich auf der EpicCon 2018. Foto: Loony Leah

Ein bis zwei Stunden braucht Leah, um sich wie ihr Held zu schminken. Das macht sie dann manchmal auch vor laufender Kamera, um ihren Zuschauern auf ihrem Youtube-Kanal "loony_leah_" die einzelnen Schritte ihrer Verwandlung zu zeigen. Den Künstlernamen "Loony Leah" habe sie von dem Charakter Luna Lovegood aus dem Buch Harry Potter, das für sie in ihrer Kindheit eine große Rolle gespielt hat. "Loony bedeutet 'verrückt' und genauso wie Luna von den Jugendlichen so genannt wird, bezeichnen auch meine Freunde mich manchmal als ,die Verrückte'. Das passte dann ganz gut."

Auf der Comic Convention 2017 in Dortmund schlüpfte sie in die Rolle von Holiday Harley Quinn aus den DC Comics. Foto: Leah Günther

Für die Herstellung eines Kostüms benötigt Leah Günther mehrere Wochen. Nicht täglich arbeitet sie daran, aber immer mal wieder, wenn sie Zeit findet. Für sie ist es wichtig, dass das Kostüm besonders nah an den Originalcharakter herankommt und sie alles selbst macht. Viele Cosplayer kaufen ein fertiges Kostüm, doch das kommt für sie nicht in Frage. "Außerdem spart es Geld", sagt sie. Doch ganz günstig ist ihr Hobby trotzdem nicht. Sie muss für Materialien und Schminke aufkommen. Für Leah sei das aber kein Problem. "Andere geben Geld aus, um Tennis zu spielen und ich eben für das Kostümieren."

Neben ihrem Hobby, das in ihrem Alltag viel Zeit in Anspruch nimmt, studiert die 21-Jährige Modedesign in Düsseldorf. Das Nähen macht ihr so viel Spaß, dass sie aus ihrem Hobby einen Beruf machen möchte. Nach dem Studium würde sie gerne noch eine Schneiderausbildung machen und dann als selbstständige Designerin arbeiten.

(NGZ)