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Immunbar aus Neuss: Junge Gründer erfinden Snack-Riegel am Stiel

„Immunbar“ aus Neuss : Zehntklässler erfinden Snack-Riegel am Stiel

Zehntklässler aus Neuss haben während der Corona-Pandemie ihr eigenes Start-Up-Unternehmen gegründet. In Handarbeit produzieren sie unter anderem innovative Snacks.

Während der Corona-Pandemie machten sie Nägel mit Köpfen! Weil sie keine Lust hatten, die Zeit während des Lockdowns vor dem Fernseher oder im Internet zu verbringen, arbeiteten die Neusser Alina Schrainer (15, Marienberg-Gymnasium), Daniel Heidemann (16) und Leon Gilges (15, beide Quirinus-Gymnasium) an der Realisierung eines lang gehegten Wunsches – und gründeten ihr eigenes Start-Up-Unternehmen. Der Name: „immunbar“!

Alles begann mit der coronabedingten Schulschließung am 13. März. Bei ihrem ersten Treffen, nach der Verkündung, überlegten sie, was sie in der vielen Zeit, die ihnen plötzlich zur Verfügung stand, machen sollten. „Uns wurde sehr schnell klar, dass wir unsere Zeit nicht dauerhaft mit Netflix, Videospielen und auf Social Media vergeuden wollten“, erklären die drei Gründer. Aus diesem Grund überlegten sie sich ein Projekt, bei dem sie Neues lernen, Erfahrungen sammeln und den Menschen während der Pandemie helfen können. Nach ein paar Treffen war das Projekt „immunbar“ geboren.

Die Riegel gibt es aktuell in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Foto: immunbar

Aktuell verkaufen sie in ihrem Online-Shop unter anderem gesunde Riegel am Stiel. Durch eine Kooperation mit Kochschul-Inhaber Uwe Hemm kann das Start-Up die Riegel in seiner Gewerbeküche produzieren. Dort stehen den Schülern moderne Küchengeräte und Maschinen zur Verfügung. Die Riegel gibt es aktuell in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen: Kakao-Banane-Nuss; Dattel-Kokos und Orange-Möhre. Zwar bestehen die Snacks aus gesunden Zutaten, doch auf die Fitness-Branche sollen sie deshalb nicht reduziert werden. „Man kann sie zum Beispiel auch auf der Arbeit essen, ohne klebrige Finger zu haben“, sagt Leon Gilges. Rund 300 Riegel haben die Zehntklässler in Handarbeit bereits produziert, doch da ist noch Luft nach oben: „Theoretisch könnten wir 2000 am Tag schaffen“, sagt Leon. Auch beim Internet-Verkauf soll es nicht ausschließlich bleiben. Aktuell sei man in Gesprächen mit einer großen Supermarkt-Kette, die die Produkte der Neusser Jung-Gründer anbieten soll. Auch Verhandlungen mit Investoren seien nicht ausgeschlossen – falls die Nachfrage so stark ansteigt, dass man die Riegel maschinell produzieren muss. Die Kunden kämen aktuell aus ganz Deutschland. „Wir haben zum Beispiel schon nach Bayern oder Norddeutschland geliefert“, sagt Leon.

Ein weiteres Produkt von „immunbar“ sind bei 60 Grad Celsius waschbare Schutz-Masken. Auch die lassen die Gründer in Deutschland fertigen. Alle 15 Designs wurden von Ihnen selbst entworfen. Als „Luxusvariante“ gibt es die Masken sogar mit Strass und Nieten. „Die Inhaltsstoffe müssen natürlich und verträglich für Mensch und Natur sein“, erklärt Alina Schrainer. Das immunbar-Team hat alle Produkte selbst entwickelt. „Neben der Programmierung des Online-Shops und der Implementierung des Warenwirtschaftssystems ist nun ein Marketingplan zur Bekanntmachung unserer Marke eine weitere große Herausforderung“, sagt Daniel Heidemann. „Und weil uns diese Form des selbstständigen und kreativen Arbeitens so viel Spaß macht, arbeiten wir auch schon mit Hochdruck an neuen Produkten“, betont Leon Gilges. Aktuell läuft „immunbar“ noch über die Neusser Werbeagentur Bluemoon. Doch sobald ihre Ware in den Supermarkt-Regalen steht, wollen die Jung-Unternehmer unabhängig sein.