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Neuss: Immobilienmarkt ist stabil

Neuss : Immobilienmarkt ist stabil

Die Mitglieder der Neusser Immobilienbörse beurteilen den Markt für Wohnimmobilien in der Stadt positiv. Entscheidend ist allerdings die Lage; ist sie gut, sind Spitzenpreise fällig.

Am 1. April eröffnet das dann endgültig fertiggestellte Rheinpark-Center. Auch für die sieben freien Maklerbüros, die sich zur Neusser Immobilienbörse zusammengeschlossen haben, ist das ein wichtiges Datum. Gerät dadurch der Handel in der Innenstadt unter Druck, sind Auswirkungen auf die Ladenmieten nicht ausgeschlossen. In ihrem Preisspiegel für 2011 allerdings drückt sich kein Pessimismus aus. Gerade bei großen Läden in bester Lage sehen sie eher noch einen Trend nach oben. Alexander Busch nennt dafür zwei Gründe: "Die Teilöffnung des Rheinpark-Centers hat "in der City zu keinem Ausbluten geführt". Und: Die Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) leistet einen Beitrag zur Stabilisierung. Busch: "Die Leute sehen, dass etwas getan wird."

Stabilität kennzeichnet den Immobilienmarkt. Das ist die zentrale Erkenntnis, die die Makler aus ihren Bilanzen ableiten können. In einem Punkt macht sie das allerdings skeptisch: Bei den Büromieten, die sie in guten Lagen dauerhaft bei neun Euro pro Quadratmeter sehen. "Für Investoren müssten Mieten zwischen zehn und elf Euro erzielt werden, damit sich das rechnet", erklärt Karl-Josef Matheisen. Und Busch schiebt nach: "Wo die Stadt Investoren für neue Büros auf dem Rennbahnareal sieht, weiß ich nicht." Neuss sei eben nicht so eng mit dem "prosperierenden Düsseldorfer Büromarkt verknüpft, wie wir uns das wünschen."

Bei den Wohnimmobilien setzt sich der Trend zur "Zwei-Klassen-Gesellschaft" fort. Zwei Beispiele: Den Wert von Eigentumswohnungen in einfachen Lagen sehen die Makler weiter im Sinkflug, obwohl Abschlüsse in bestimmten Lagen bei der Bildung der Schwerpunktpreise gar nicht berücksichtigt wurden. Dazu zählt Jörg Schroter bestimmte Lagen in Erfttal, Derikum, das Quartier am alten Schlachthof, die Gell' sche Straße in Holzheim oder die Görlitzer Straße. "Dort geht das nur über den Preis", sagt er. Anders Eigentumswohnungen in sehr guten Lagen. 2700 Euro je Quadratmeter in Neubauten sind noch nicht das letzte Wort. "Was in Bau ist, ist schon verkauft", sagt Busch etwa mit Blick auf das Projekt am Alten Weiher. Er hält aber fest: "Im Vergleich zu Düsseldorf ist Neuss ein Schnäppchenmarkt."

Auch bei den Wohnhäusern gelte nach wie vor: "Die Lage ist entscheidend." Konsequenz: Die Preise für Doppelhaushälften und gerade für freistehende Häuser in guten und sehr guten Lagen steigen. Bei Reihenhäusern gehen die Makler von stabilen Preisen aus.

Die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe sei im Jahr eins nach der Krise gewichen, sagt Werner Junggeburth. Allerdings werde der Objektzustand kritisch hinterfragt. "Die Bank fragt nach dem Energiepass, der einen Investitionsbedarf aufzeigt."

(NGZ)