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Neuss: Immer mehr Kleinkinder gehen in Kitas

Neuss : Immer mehr Kleinkinder gehen in Kitas

Die Zahl der Kinder unter drei Jahren, die in Kindergärten angemeldet werden, steigt. Die Stadt hat deshalb im neuen Bedarfsplan festgehalten, dass 2022 eine Versorgungsquote von 75 Prozent angemessen wäre statt jetzt 44 Prozent.

4348 Kinder unter drei Jahren (U3) lebten am 1. Januar 2015 in Neuss. Ein Jahr zuvor waren es 101 weniger. Demzufolge steigt die Nachfrage nach entsprechenden Betreuungsplätzen. Nach Angaben der Stadt wird mittlerweile jedes zweite zweijährige Kind in einem Kindergarten oder von einer Tagesmutter betreut. Bei den Einjährigen ist es jedes Vierte. Das geht aus der Bedarfsplanung zur Kindertagesbetreuung hervor, die in der kommenden Woche Thema im Jugendhilfeausschuss sein wird.

Der Rat hatte die Stadt beauftragt, dieses Jahr für eine Versorgungsquote von 43 Prozent zu sorgen. "Mit 44,2 Prozent liegen wir jetzt sogar darüber", sagt Susanne Benary-Höck (Grüne), die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. "Nach Angaben der Stadt waren damit alle versorgt." Thomas Nickel (CDU), zuvor langjähriger Vorsitzender des Gremiums, bestätigt die gute Bedarfsdeckung im U3-Bereich. "Es sind sogar noch einige Plätze frei", berichtet er. Man könne sie nicht älteren Mädchen und Jungen zur Verfügung stellen. "Dann müssten wir dem Land die Investition für den U3-Ausbau zurückzahlen."

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1452 Plätze für Unter-Dreijährige stehen dieses Jahr in Neuss zur Verfügung, das sind 87 mehr als 2014. Langfristig geht die Stadtverwaltung von einem weiter steigenden Bedarf in der U3-Betreuung aus. Sie hält deshalb eine Versorgungsquote von 75 Prozent im Jahr 2022 für angemessen.

Die Plätze für Kinder ab drei Jahren haben sich um 64 auf 4509 erhöht. Auf dem Papier gibt es damit mehr als nötig, nämlich 104,5 Prozent. Allerdings ist ein Überhang erforderlich, wenn ausreichend Plätze für behinderte Mädchen und Jungen bereitgestellt werden sollen. Wegen des intensiven Betreuungsbedarfs benötigt ein Kind mit Behinderung formal zwei Plätze.

Eine zusätzliche Herausforderung sind Flüchtlinge. Die Stadt rechnet dieses Jahr mit der Aufnahme von 400 aus der Heimat geflohenen Menschen, im nächsten Jahr mit 600. Haben die zugewiesenen Familien Kinder, muss die Stadt den Mädchen und Jungen ab einem Jahr einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen. Genau berechnen lassen sich die nötigen Plätze nicht. Anhand der jetzigen Zahlen schätzt die Stadt jedoch, dass dieses Jahr 72 Plätze nötig wären, 2016 weitere 108. "Viele Flüchtlinge haben schlimme Dinge erlebt", sagt Benary-Höck. "Deshalb sollte die Bevölkerung Solidarität zeigen und offen sein für die Integration, auch für die wohnortnahe Unterbringung der Mädchen und Jungen in Kindergärten und bei Tagesmüttern."

Die Stadt beobachtet, inwieweit Plätze in den Stadtteilen reichen. Mit Blick auf das im Herbst startende Kindergartenjahr gibt es in Rosellen und der Nordstadt eine gute Versorgungsquote. In Erfttal, Weckhoven, Reuschenberg und Hoisten dagegen besteht Handlungsbedarf. Insbesondere in Erfttal fehlen 17 Plätze. "Hier wird geschaut, ob die Kinder in Gnadental unterkommen könnten", berichtet Benary-Höck. Dort bestehe ein Überangebot.

(NGZ)