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Neuss: Im TaS wird Neusser Geschichte lebendig

Neuss : Im TaS wird Neusser Geschichte lebendig

Der Kinderroman "Geheimoperation Quirinuscode" von Susanne Püschel wird im TaS erstmals aufgeführt. In der Inszenierung erleben Kinder die Neusser Geschichte hautnah und können sogar etwas für den Alltag mitnehmen.

Nick hat ein gewaltiges Problem. Die gemeine Kapuzenbande ist hinter ihm her, denn er hat ihr einen bösen Streich gespielt. Im letzten Moment kann Nick sich mit seiner Freundin Kira in das Neusser Abwassersystem retten und bleibt vorerst vor der Kapuzenbande verschont. Doch hier beginnt das Abenteuer der Beiden erst, als sie den Wasserkobold Akki treffen, der sie zur "Geheimoperation Quirinus" mitnimmt.

In der Inszenierung von Jens Spörckmann, die auf dem gleichnamigen Roman von Susanne Püschel basiert und die jetzt im Theater am Schlachthof (TaS) Premiere feierte, wird die Neusser Stadtgeschichte lebendig. Kinder ab acht Jahren gehen gemeinsam mit Akki, Nick und Kira auf eine Zeitreise durch die Geschichte. Durch Akki's magische Kräfte gelangen die Protagonisten zunächst in das Jahr 16 vor Christus.

An der Mündung der Erft belauschen sie den betrunkenen römischen Kaiser Augustus und sein Gefolge dabei, wie sie ihrem neuen Militärlager den Namen "Castrum Novaesium" geben. Doch auch vor den Römern müssen sie flüchten, als Nicks Handy klingelt. So geht ihre Reise durch die Zeit weiter, bis sie irgendwann wieder im heutigen Neuss ankommen.

Spörckmann schafft es, die Neusser Geschichte lebendig werden zu lassen. In den gut 2000 Jahren seit der Gründung des Römerlagers ist viel passiert. Doch Spörckmann gelingt eine sinnvolle Themenauswahl. So wird der Schwerpunkt auf spannende Geschichten wie die des Räuberhauptmanns "Fetzer" gelegt. Es wird auch erklärt, woher die Drususallee ihren Namen hat und was es mit dem Büchel auf sich hat.

In der Inszenierung werden durch die Rollen von Nick und Kira, gespielt von Alin Ivan und Katie Janina, immer wieder Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden. So schlägt Nick den "Fetzer", der es auf Kira abgesehen hat, in moderner Star-Wars-Marnier mit einem Laserschwert in die Flucht. Die Kapuzenbande wird bei all den Abenteuern bis zum Ende glatt vergessen. Interessant gestaltet werden die Zeitsprünge von Akki, Nick und Kira. Hier werden auf ein Tuch, das vor der Bühne aufgespannt ist, bedeutende Jahreszahlen, Gesichter und Gebäude der Neusser Geschichte projiziert, während hinter dem Tuch die Kulissen umgebaut werden.

Schade ist bei dieser lebendigen Inszenierung aber, dass viele Geschichten nur nacherzählt werden. Damit bleibt das Stück mit einer Länge von 60 Minuten zwar kurzweilig, es verliert aber an Spannung. So wird beispielsweise die Geschichte des Heiligen Quirinus nur vom Wasserkobold Akki, gespielt von Natascha Popov, erzählt. Diese Szene wird von Reinhild Köhncke und Mike Turner begleitet, die während des Stücks in unzählige Rollen schlüpfen und alle Charaktere übernehmen, die neben Akki, Nick und Kira zu sehen sind. So verbildlichen sie die Monologe von Akki und lockern diese stark auf.

Das Stück "Geheimoperation Quirinus" vermittelt Kindern, aber auch Erwachsenen eine gute Übersicht über die Neusser Geschichte und spricht dabei sowohl positive als auch negative Geschehnisse an. Außerdem zeigt es, dass Geschichte nicht langweilig sein muss. Sollte man sich mit der Historie der Stadt nicht so gut auskennen, wird man nach der Aufführung mit anderen Augen durch die Stadt gehen.

(NGZ/rl)