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Neuss: Im Klostergarten blüht und grünt es

Neuss : Im Klostergarten blüht und grünt es

Ab Mai bis Ende Oktober ist der Klostergarten auf der Raketenstation Hombroich wieder jeden Sonntag von 10.15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Garten wurde 2006/07 nach einem Entwurf des japanischen Künstlers Katsuhito Nishikawa von dem Gartenarchitekten Burkhard Damm gestaltet.

Die Anlage des Gartens steht in der Tradition alter Klostergärten. Sie spannt einen Bogen zwischen östlichen Traditionsgärten und westlicher Garten-Kultur. Das Herz des Gartens ist die in der Mitte liegende Anbaufläche: das Labyrinthus Mundani amoris (Labyrinth der Weltliebe).

Die Ordnung der Anlage geht zurück auf einen Holzschnitt von Matteo Silvaggi aus dem Jahr 1542 (Venedig). Auf 50 Zentimeter breiten und 2,40 Meter langen Wegen durchzieht das Labyrinth den Raum und erschließt über 300 Meter lange und ein meter breite Beete für Kräuter und Gemüse. Endpunkt des Labyrinths und zugleich Mittelpunkt des Gartens ist ein Wasserbecken, Sinnbild des Lebens und zugleich Quelle für die hier kultivierten Pflanzen.

Als Schutz vor dem rauen Klima auf der Raketenstation umschließt eine zwei Meter hohe Betonmauer den 24 x 24 Meter großen quadratischen Innenraum. Die Betonwände werden im Inneren an den der Sonne zugewandten Seiten des Gartens von Spalierobstbäumen bedeckt. Sie nutzen bei Sonnenschein die Abwärme der Mauern. Darunter wachsen wärmeliebende Kräuter. An der Südseite, der inneren Schattenseite, bietet eine überdachte Galerie Platz zum arbeiten und ausruhen und für Kompost, Anzucht, Trocknung und Lagerung von Pflanzen.

Ganz der Tradition alter Klostergärten verpflichtet, wird im Klostergarten Hombroich mit Pflanzen aus aller Welt experimentiert. Der Klostergarten ist ein Ort der Ruhe und inneren Einkehr. Auf dem Weg durch das Labyrinth kann der Besucher die unterschiedlichsten Gerüche, Farben und Formen erleben und der Alltagswelt entfliehen

(NGZ)