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Neuss: Im Handumdrehen fertig für Altweiber

Neuss : Im Handumdrehen fertig für Altweiber

Wie man für den Straßenkarneval rasch an eine tolle Verkleidung kommt, berichtet NGZ-Mitarbeiterin Laura Lückmann.

Wenn am Donnerstagmorgen die närrischen Weiber das Rathaus stürmen, werden auch wieder viele Möhnen dabei sein. Wer weder die Zeit noch das Geschick hat, sich für den Tag stundenlang fertig zu machen, bevor er sich in den Straßenkarneval stürzt, für den beschreibt NGZ-Praktikantin Laura Lückmann, wie es schnell geht und dennoch wirkt. Die Tipps hat sie von einem Profi — Iris Beatriz Beerstecher ist Maskenbildnerin am Rheinischen Landestheater.

Schwer ist es nicht, in kurzer Zeit zu einer Möhne zu werden, denn alle Hilfsmittel, die Beerstecher verwendet, befinden sich nicht nur auf dem Schminktisch des Landestheaters, sondern bei fast jeder Frau zuhause im Badezimmer. Etwa das Make-up, bei dem die Schmink-Expertin zunächst eine Grundierung empfiehlt. Die sollte zur Hautfarbe passen und die Basis bilden für alle weiteren "Experimente". Dann kommt schon das Wichtigste, um wie eine "alte Möhne" auszusehen: die Falten. Beerstecher zieht dazu mit einem dunklen Kajal genau dort Striche, wo bei einer Seniorin längst echte Falten wären. "Um diese Stellen zu finden, kann man einfach die Stirn kräftig in Falten legen und die Augenbrauen zusammen ziehen", erklärt Beerstecher. Durch die so entstandenen Furchen werden dann die Striche gezogen und anschließend verwischt.

Kajal für die Augen

Um die Augenpartie dunkler zu machen, zieht die Expertin die Augenbrauen mit dem Kajal nach. Außerdem sollen sie kürzer wirken — abrasieren muss man seine Brauen dafür aber nicht. Mit Make-up werden sie an den Enden übermalt. Vorne werden sie zusätzlich noch ein bisschen buschig gemacht. Um auch wirklich alt zu wirken, wird Kajal noch unter den Augen sowie im Innern der Augenlider eingesetzt. Dann perfektioniert Iris Beatriz Beerstecher das Bild der Möhne, indem sie weitere Fältchen vom Ohr zur Wange malt und zusätzlich noch die Lachfalten dunkel betont.

Danach wird es etwas bunter: Die Augen werden mit Lidschatten betont. Das kann ruhig in der Lieblingsfarbe sein. Zum Schluss wird dann noch ein pinkfarbener Lippenstift aufgetragen. Perfekt sollte das aber nicht sein, denn eine alte Möhne hat bekanntlich nicht mehr allzu gute Augen. Ist das Make-up fertig, geht es an die Verkleidung. Dafür muss auch die Frisur stimmen. Zwei geflochtene Zöpfe, mit bunten Schleifen verschönert, reichen da völlig aus.

Omas Schürze

Kreativität zeigt die Maskenbildnerin beim Kopfschmuck: Ein Haarband verwandelt sich mit einigen Handgriffen zur Haube. Dafür kann "frau" einfach nur ein Band etwas raffen und es vorne an das Haarband nähen. Für das Kostüm muss schließlich Omas lila Schürze herhalten.

Eine knappe Stunde dauert es, bis die Verwandlung perfekt ist. Ein bisschen aufwendig ist das natürlich schon — aber die Mühe lohnt sich. Wer also bis jetzt noch nicht weiß, wie er die Männer an Weiberfastnacht erschrecken oder verzücken kann, hat heute noch die Möglichkeit, sich mit wenigen "Zutaten" in eine Möhne zu verwandeln.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neuss: Verwandlung in eine Möhne

(NGZ/url/jco)