1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Im Busdepot wird rund um die Uhr gearbeitet

Neuss : Im Busdepot wird rund um die Uhr gearbeitet

35 Mitarbeiter warten und reparieren die Fahrzeuge. 4000 Ersatzteile sind immer auf Lager. Auch Dienst- und Fahrpläne werden erstellt.

Zwei Millionen Liter Dieselkraftstoff werden jährlich ins Busdepot an der Moselstraße geliefert und verlassen es auch wieder — schließlich wollen die insgesamt 83 Linienbusse regelmäßig betankt werden. Bei der alltäglichen Busfahrt denken wohl die wenigsten Fahrgäste an die unvorstellbaren Spritmengen, die Woche für Woche in den Tanks der Busse verschwinden. Genauso wenig wissen viele, wie viel Arbeit hinter den Kulissen anfällt, damit der Busverkehr der Stadtwerke möglichst störungsfrei ablaufen kann.

35 Mitarbeiter sind an der Moselstraße beschäftigt. Sie warten und reparieren Busse oder entwickeln Fahr- und Dienstpläne. "Wir sind sogenannte Eigenüberwacher", erzählt Florian Stein, Ingenieur und Leiter der Abteilung Technik und Materialwirtschaft. "Das heißt, gerade in der Werkstatt erledigen wir so gut wie alle anfallenden Arbeiten und Wartungen selbst." Dafür müssen die Mitarbeiter regelmäßig an Schulungen teilnehmen.

Schließlich soll die Sicherheit für die Fahrgäste gewährleistet werden. Um gerade kleinere Reparaturen schnell erledigen zu könne, sind etwa 4000 verschiedene Ersatzteile ständig auf Lager. Dabei erleichtert die moderne Technik den Mitarbeitern, den Überblick über den Bestand zu behalten: "Wenn wir ein Ersatzteil einbauen, wird das automatisch ins Computersystem eingetragen", erzählt Florian Stein. "Wenn eine bestimmte Anzahl dieser vorrätigen Teile unterschritten wird, zeigt das System uns das rechtzeitig an, so dass frühzeitig nachbestellt werden kann."

Die Busse der Stadtwerke — darunter 71 Gelenkwagen — sind insgesamt 13 Jahre im Einsatz, bevor sie weiterverkauft werden. "Ein Bus fährt pro Jahr ungefähr 60 000 Kilometer", berichtet Stein.

"Im Jahr befördern wir in Neuss etwa 25 Millionen Fahrgäste." In diesem Jahr werden 13 neue Busse gekauft. Einer kostet über 290 000 Euro. "Da Busse sehr teuer sind, ist es wichtig, Angebote von Busherstellern sorgfältig zu vergleichen", sagt der Ingenieur. "Das passiert auch hier im Verwaltungsgebäude auf dem Depotgelände." Die Aufgaben im Verwaltungsgebäude sind vielfältig: So gibt es zum Beispiel eine Anlaufstelle für die Busfahrer.

"Dort holen die Fahrer ihre Dienstkleidung ab oder können mögliche Probleme ansprechen", berichtet Stein. Direkt nebenan zahlen die Busfahrer das durch den Fahrkartenverkauf eingenommene Geld in einen Automaten ein. Einen großen Teil der Verwaltungsarbeit besteht aus dem Organisieren der Dienstpläne. "Wir versuchen bestmöglich die Wünsche der Fahrer zu berücksichtigen", meint Stein.

"Natürlich klappt das nicht immer, wir müssen ja auch andere Faktoren wie das Lenkzeitengesetz berücksichtigen." Besonders schwierig werde es dann, wenn spontan jemand krank wird: "Die Mitarbeiter müssen dann ganz schnell jemanden finden, der nicht im Einsatz ist, aber auch nicht mehr Stunden als erlaubt fährt und einspringen kann", sagt Stein. Viele der Stationen im Busdepot an der Moselstraße sind nahezu rund um die Uhr besetzt — schließlich rollt um 4.09 Uhr der erste Linienbus aus der Werkstatt.

(NGZ/rl)