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Neuss: IHK-Chef Porschen: Masterplan lieber später, dafür richtig

Neuss : IHK-Chef Porschen: Masterplan lieber später, dafür richtig

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Mittleren Niederrhein nahm am Montagabend auf dem blauen NGZ-Sofa neben Redaktionsleiter Ludger Baten Platz. Eine Stunde lang stand er Rede und Antwort zu aktuellen wirtschaftlichen und politischen Themen.

Unter den rund 50 Zuhörern im Drusus 1 war neben vielen bekannten Neusser Persönlichkeiten auch Bürgermeister Herbert Napp.

Die meisten interessierten sich natürlich in erster Linie für die Neusser Themen. Ganz oben stand da das Projekt der Metropolregion auf der Liste. "Ich identifiziere mich mit dem Rheinland und nicht mit dem Ruhrgebiet. Deswegen halte ich das Vorhaben Rhein-Ruhr für nicht sehr sinnvoll", stellte Dieter Porschen klar. Dennoch müssten die Kommunen sehr viel effizienter und effektiver zusammenarbeiten — gerade mit Blick auf die klammen Kassen der Städte.

Da stünde Neuss jedoch im Vergleich zu Städten wie Mönchengladbach noch recht komfortabel da. Fast direkt appellierte Porschen an den Bürgermeister: "Auch wenn sich ein Überschuss an Gewerbesteuereinnahmen abzeichnet, rate ich dringend davon ab, das Geld gleich wieder auszugeben." Viel wichtiger sei es, "die Kriegskasse gut zu füllen" und das Geld als Lottogewinn zu begreifen.

Porschen lobte auch ausdrücklich den Zusammenschluss der Neuss-Düsseldorfer Häfen. "Köln passt da auch gut rein", sagte der IHK-Chef. Dass Neuss derzeit einen Masterplan entwirft, kritisierte Porschen. "Ich hätte damit noch auf den neuen Planungsdezernenten gewartet". Er betonte, dass auch die Bürger stärker mit einbezogen werden müssten.

Bezüglich der derzeit guten Stimmung in der deutschen Wirtschaft konnte IHK-Mann Dieter Porschen auch für die Region Positives vermelden. "Die örtliche Industrie ist zur Hälfte auf Exporte ausgerichtet und die boomen. Das wird auch in näherer Zukunft noch der Wachstumsmotor Nummer eins sein", ist sich Porschen sicher.

Ein ausführliches Interview lesen Sie am Samstag, 22. Januar, in der NGZ.

(NGZ)